Jeffrey Pfeffer antwortet Robin Lumsden: Wie man zu Macht und Erfolg kommt

Paid Content Identifier
Exklusiv für Abonnent:innen
Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
7 min
Artikelbild
 © beigestellt
DER PROFESSOR UND DER AUTOR am Campus in Stanford: Jeffrey Pfeffer (i.B.li.) erklärt plastisch die Unterschiede zwischen amerikanischem und europäischem Unternehmertum.©beigestellt
  1. home
  2. Business
  3. Karriere

Wieder einmal zehn Tage an der Stanford University, Und wieder einmal ein langes Treffen zwischen mir, einem stolzen Absolventen, und Professor JEFFREY PFEFFER, einem der international renommiertesten Wirtschaftswissenschaftler und Managementexperten. Er ist seit 45 Jahren Professor für Organisationstheorie in Stanford und Autor des Bestsellers "Paths to Power".

Inmitten der pulsierenden Energie des Campus tauschten wir Gedanken über sein Buch und dessen zentrale Themen aus, über das, was Erfolg bedeutet, und das, was oft verkürzt darunter verstanden wird: Macht, genauer: Wege zur Erringung, Entwicklung und Absicherung von Macht.

Dabei werden mir immer wieder die großen kulturellen Unterschiede zwischen Amerikanern und Europäern vor Augen geführt, die sich gerade bei diesem Themenkomplex bemerkbar machen. Pfeffer hat als Professor auf der weltweit wichtigsten Business School internationale Kompetenz erworben, als Vordenker wie auch als Praktiker. Seine jahrzehntelange Forschung und seine Zusammenarbeit mit einflussreichen Persönlichkeiten wie Eric Schmidt (Ex-Chef von Google) oder Mark Zuckerberg (Gründer von Facebook) verleihen seinen Ansichten über Macht und Erfolg besonderes Gewicht.

Seine zentrale These, niedergeschrieben auch in zahlreichen Skripten in Stanford, lautet: Der Erfolg eines Unternehmens hänge vorrangig von dem ab, was Pfeffer "Interaktionen mit der Umwelt" nennt. Ein konkretes Beispiel für die Abhängigkeit eines Unternehmens von seinen Ressourcen: Ist etwa in einer Fast-Food-Kette die Arbeitszufriedenheit der Belegschaft eher gering, hat das für diese weniger Bedeutung als in einem Spitzenlokal, weil die meist vielen ungelernten Arbeitskräfte bei großer Unzufriedenheit leichter zu ersetzen sind als hochqualifizierte.

Eine Organisation/Firma muss eine Balance finden zwischen den verschiedenen Abhängigkeiten - durch Anpassungen, Fusionen, Einflussnahmen über neue Aufsichtsratsmitglieder oder Joint Ventures mit anderen Organisationen.

Es bestehe eine Tendenz, die Leitung für schlechte Ergebnisse anzuschwärzen, umgekehrt die Tendenz der Leitung, sich mit guten Ergebnissen zu brüsten. "Normales" negatives Ergebnis: Wenn die Lage besonders schlecht ist, wird die Leitung häufig ausgetauscht.

Paid Content Identifier
PLUS

Wer mitreden will, muss wissen, was wichtig ist.

Jetzt Abo wählen und weiterlesen

weiter
Mit der Bestätigung des Kaufs stimmen Sie unseren AGBs und Datenschutzbestimmungen zu.