
150.000 verkaufte Dosen in sechs Monaten: Das Start-up Ippai legt mit Lemon Sour einen Blitzstart hin.
©HFA StudioLemon Sour von Ippai hat in kürzester Zeit die heimische Szenegastro erobert und will nun europaweit expandieren. Was ist dran am Hype?
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Geplant hat man für das erste Jahr 30.000 Dosen. Geworden sind es bislang 150.000 – und der Sommer ist noch lange nicht zu Ende. Mit einem japanisch angehauchten Ready-to-drinkCocktail auf Shochu-Basis, kombiniert mit Zitronen und reduziert auf das Wesentliche, hat das Getränke-Start-up Ippai offenkundig den Nerv der Zeit getroffen. Hinter dem jungen Unternehmen steckt das Trio Marcel Buchberger, Andreas Ebner und Hennes Weiß. „Es ging uns nicht darum, einfach ein weiteres alkoholisches Getränk auf den Markt zu bringen, sondern darum, eine Getränkekategorie glaubwürdig für Europa zu übersetzen“, sagt Buchberger, der einige Zeit in Japan verbracht hat und diese Art Getränk in Europa vermisste.
Positioniert zwischen Bier, Spritzer und klassischen Longdrinks bedient der Drink mit wenig Zucker, moderaten fünf Prozent Alkohol und transparenter Zutatenliste gleich mehrere Trends. Produziert und abgefüllt wird in Sankt Pölten, der Shochu, eine traditionelle japanische Spirituose aus fermentiertem Getreide oder Gemüse, kommt aus Japan, die Zitronen aus Sizilien.
Der nächste Getränke-Hype, oder gekommen, um zu bleiben? Es gibt berechtigte Indizien dafür, dass Zweiteres der Fall ist. Für Buchberger besonders wichtig: „Die Nachfrage stammt nicht aus einzelnen Großaktionen, sondern aus einer wachsenden Zahl wiederkehrender Partner:innen.“
Mittlerweile ist das Getränk in mehr als hundert Gastronomie- und Handelsstandorten in Österreich erhältlich, darunter zahlreiche Szenelokale in Wien. Nach einem Markteintritt in Kopenhagen sollen nun weitere europäische Metropolen folgen.
Dass sich rund um Lemon Sour derzeit ein regelrechter Boom entwickelt, beobachtet auch Toni Tossmann, Food-&-Beverage-Manager beim japanaffinen Wiener Gastro-Imperium Mochi: „Die Marke ist aktuell auf allen Kanälen extrem präsent. Man begegnet dem Produkt in den sozialen Medien, in der Gastronomie und bei Events beinahe überall“, so der Experte. Ob sich daraus langfristig eine eigene Getränkekategorie entwickelt, bleibt offen. Das Potenzial hat der Dosencocktail mit Japan-Flair aber bereits unter Beweis gestellt.
Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 17. Juli 2026 erschienen.