So teuer macht die NoVA-Erhöhung den Neuwagenkauf seit Juli

Zu Jahresanfang wurde die Berechnung der NoVA geändert und so die Autokaufsteuer für viele Fahrzeuge erhöht. Nun folgt die erste von vier Verschärfungen bis 2024. Von der ersten Erhöhung sind allerdings nur Autos mit mehr als 200 Gramm CO2-Ausstoß und leichte Nutzfahrzeuge betroffen. Was die NoVA-Neuerungen für Tageszulassungen und Vorführwagen bedeuten.

So teuer macht die NoVA-Erhöhung den Neuwagenkauf seit Juli

Mit dem 1. Juli 2021 ist die erste Phase der Steuererhöhung beim Kauf von Neuwagen gestartet. Bereits im Jänner wurde die Formel für die Berechnung der zugrunde liegenden Normverbrauchsabgabe, kurz NoVA, geändert, womit seither bereits für rund die Hälfte der Neuwagen höhere Steuern anfallen. Nun werden die Regeln verschärft - und das Jahr für Jahr bis einschließlich 2024.

Ziel ist es mit der sogenannten Normverbrauchsabgabe (NoVA) einen Lenkeffekt zu erzielen und so Autokäufer zu animieren, Neuwagen mit möglichst geringem CO2-Ausstoß zu kaufen. Wie bisher fällt für reine Elektroautos keine NoVA an.

„Betroffen von der aktuellen Veränderung sind Neuwagen über 200 Gramm CO2 und leichte Nutzfahrzeuge. Bei allen anderen Autos ändert sich an der NoVA mit Stichtag 1. Juli 2021 nichts“, erklärt Oliver Schmidt von der VW-Vertriebsgesellschaft Porsche Holding in Salzburg. Erst bei der nächsten NoVA-Verschärfung Anfang 2022 werden auch Modelle mit geringerem CO2-Ausstoß betroffen sein, wenn der CO2-Abzugsbetrag von 112 Gramm CO2-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer auf 107 Gramm sinkt.

Berechnung der NoVA

Die Berechnung der NoVA erfolgt auf Basis von drei Bestandteilen:

  • dem Nettopreis
  • gegebenenfalls einem Malus über dem jeweils gültigen CO2-Grenzwert
  • einem fixen Abzugsbetrag von 350 Euro vom berechneten NoVA-Betrag

Die Berechnungsformel für die NoVA lautet: (CO2-Emissionswert in g/km minus dem CO2-Abzugsbetrag) : 5 = Steuersatz in Prozent.
In allen drei Bereichen kommt es zu Verschärfungen.

Die Berechnungsformel für die NoVA lautet: (CO2-Emissionswert in g/km minus dem CO2-Abzugsbetrag) : 5 = Steuersatz in Prozent.
In allen drei Bereichen kommt es zu Verschärfungen.

Einen NoVA-Rechner finden Sie hier

Der Tipp von Nikola Junick, Expertin für Verkehrswirtschaft beim ÖAMTC: „Wer Geld sparen will, sollte künftig beim Neuwagenkauf verstärkt den Nettopreis und die CO2-Emissionen im Blick haben.“

Bemessungsgrundlage für den CO2-Abzugsbetrag ist der CO2-Emissionswert des jeweiligen Fahrzeugs nach der neuen realistischeren Abgasprüfmethode WLTP. "Dieser steht im Typenschein", so ÖAMTC-Expertin Junick. Von diesem Wert werden nun weiterhin 112 (Gramm) abgezogen. Bei Lkw beträgt der CO2-Abzugsbetrag 165 Gramm. Bis 2024 wird der Abzugsbetrag jährlich um weitere fünf Gramm abgesenkt.

Malusgrenzwert sinkt, Kosten steigen

Bei stärker motorisierten Fahrzeugen kommt noch eine Verschärfung beim Malus-Grenzwert hinzu. Bisher gab es einen Malus für all jene Autos, die mehr als 275 Gramm pro Kilometer an CO2 ausstoßen. Ab Juli sinkt dieser Malusgrenzwert auf 200 g/km. Deshalb erhöht sich bei Fahrzeugen wie dem Porsche Carrera mit einem CO2-Ausstoß von 231 g/km die NoVA ab 1. Juli beispielsweise um 1.550 Euro. Ein BMW M240i Cabrio xDrive mit einem CO2-Ausstoß von 206 g/km und einem Nettopreis von 47.949 Euro kostete bis Juli 2021 inklusive Steuern 66.300 Euro. Ab der zweiten Jahreshälfte kostet derselbe Wagen um 300 Euro mehr. Merklich teurer wird es jedoch erst 2022. Dann muss man für das Allrad-Cabrio von BWM mit M-Paket gleich um rund 1.740 Euro mehr drauflegen. Für einen BMW X7 M50i zum Nettopreis von 96.233 Euro und einem CO2-Ausstoß von 280 g/km zahlt man ab Juli für die 80 Gramm über der 200-Gramm-Grenze und einem Aufschlag von 50 Euro je Gramm 4.000 Euro zusätzlich - ergibt einen Bruttopreis von 151.850 Euro.

Das bedeutet, Käufer von Neuwagen mit einem CO2-Ausstoß von mehr als 200 g/km zahlen bei der Anschaffung ab Juli 2021 zusätzlich 50 Euro pro Gramm. Bisher waren es 40 Euro pro Gramm über 275 g/km. Der Malusgrenzwert wird bis inklusive 2024 jährlich um weitere 15 g/km CO2-Ausstoß auf 155 Gramm CO2/km gesenkt.

Dem nicht genug, wird der Höchststeuersatz für die NoVA ab 1. Juli 2021 von 32 auf 50 Prozent angehoben. Bis 2024 klettert der Höchststeuersatz für Pkws kontinuierlich auf bis zu 80 Prozent des Kaufpreises. Bei Motorrädern steigt der Höchststeuersatz von bisher 20 Prozent auf 30 Prozent.

NoVA für Klein-Lkws

Erstmals wird auch für leichte Nutzfahrzeuge mit bis zu 3,5 Tonnen der Kategorie N1 die NoVA fällig. Bei den betroffenen Fahrzeugen handelt es sich vor allem um Kastenwägen und Pritschenfahrzeuge und somit um notwendige Betriebsmittel für Unternehmen. Die Berechnung erfolgt folgendermaßen: CO2-Emissionswert in g/km minus 165 g/km dividiert durch 5.

Der Höchststeuersatz von 50 Prozent gilt da ab einem CO2-Ausstoß über 415 g/km zuzüglich 50 Euro je g/km (Malusbetrag) über 253 g/km, abzüglich eines Abzugsbetrages in Höhe von 350 Euro.

Vorführwagen und Tageszulassungen

Doch es gibt zumindest für Autohändler auch steuerliche Erleichterungen. Beim Kauf der begehrten Vorführwagen und Fahrzeuge mit Tageszulassungen ist für den Händler erstmals keine NoVA zu zahlen. Wird der Vorführwagen oder das kurzzugelassene Fahrzeug an einen Kunden verkauft, ist der Netto-Verkaufspreis die Bemessungsgrundlage für die NoVA.
Tageszulassungen sind Kraftfahrzeuge, die auf den Fahrzeughändler zugelassen sind und nicht auf öffentlichen Straßen verwendet werden, soweit die Zulassung nicht länger als drei Monate dauert. Die Steuerpflicht entsteht erst ab dem Tag der Überschreitung. Unter einem Vorführwagen sind Autos zu verstehen, die Neuwagenhändler für Besichtigung und Probefahrten nutzen und noch nicht auf einen Endabnehmer zugelassen sind. Sowohl Tageszulassungen als auch Vorführwagen werden im Vergleich zum Neupreis mit recht hohen Rabatten angeboten.

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