Neues Zukunftskonzept und Perspektive für MAN Steyr

Die LGG Industriebeteiligungen, ein Konsortium um den Linzer Unternehmer Karl Egger, hat ein Konzept zur Übernahme und Weiterentwicklung des MAN Steyr Werks zu einem "Green Mobility Center" entwickelt und fordert Traton zu Gesprächen auf.

LKW-Produktion bei MAN

LKW-Produktion bei MAN

Im Ringen um den Erhalt des MAN Werks in Steyr gibt es einen neuen Player. Die LGG Industriebeteiligungen GmbH, Interessensvertretung eines eines Konsortiums aus oberösterreichischen Industriellen rund um den KE KELIT Eigentümer Karl Egger und internationalen Automobil-Produzenten, hat ihr Konzept zur Übernahme und Weiterentwicklung des MAN-Werkes Steyr zu einem “Green Mobility Center Steyr” den Aufsichtsräten und Vorstandsmitgliedern der VW-Tochter Traton Group (sie hält für VW die Anteile an MAN) übermittelt und um die rasche Aufnahme von Gesprächen zur Übernahme von MAN Steyr ersucht.

Rechtsanwalt Gerald Ganzger, Sprecher des Green-Mobility Konsortiums Steyr: „MAN hat bislang ernsthafte Gespräche mit uns abgelehnt. Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und Russland aufgrund der jüngsten Äußerungen des US-Präsidenten Joe Biden sollte nun aber auch bei Traton und MAN zu einer Neubewertung der Lage geführt haben. MAN verhandelt derzeit ausschließlich mit Sigi Wolf, dessen Angebot von einer Zusammenarbeit mit Russland abhängig ist. Wir denken, es wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, auch Alternativen ernsthaft zu prüfen.“

Österreichisches Green Mobility Zentrum

Die Vision von LGG Industriebeteiligungen: Bis 2030 soll Steyr das Zentrum für Green Mobility in Österreich werden. Das Beschäftigungspotenzial wird auf rund 10.000 Vollzeitarbeitsplätze geschätzt. Steyr soll als Standort weiterentwickelt werden und zum österreichischen Innovationsmotor für neue Antriebstechnologien, intelligente Mobilität und Smart Logistics werden.

In Phase 1 des Konzepts , während der es primär um die Fortführung des heutigen Produktionsstandorts mit 2.230 Mitarbeitern geht, sollen rund 1.850 Arbeitsplätze erhalten bleiben. LGG setzt dabei auf eine diversifizierte, internationale Produktpalette.

Im Jahr 2022 will das Konsortium in eine Truck-Montage in Großserie übergehen und dann auch eMobility und Hydrogen-Antriebe anbieten. Das Potenzial wird mit rund 10.000 LKW jährlich beziffert, zusätzliches Potenzial wird durch die Positionierung als ein Mehrmarkenwerk ausgemacht, in dem weitere Großserienfertigungen abgewickelt werden. Weiter abgesichert sieht LGG sein Konzept durch die regionale Nachfrage, man will sich zudem als Lieferant für MAN bewerben.

In Phase 2 des Konzepts soll der große Schritt Richtung Zukunft erfolgen. Man will Smart Logistics Lösungen, neue Antriebstechnologien auf Basis von erneuerbaren Endergie und eine intelligente Gütermobilität (Smart Traffic Solutions) entwickeln.

Regionaler Cluster

Um Steyr zur "grünen Innovationsregion Europas" weiterzuentwickeln baut das Konzept auf die Säulen Bildung, Industrievernetzung und Innovation auf. Der Campus Steyr der FH Oberösterreich steht als Bildungs-, Forschungs-, und Netzwerkpartner bereit, im Werk sollen zusätzlich moderne Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden und Lehrwerkstätten entstehen.

Im Bereich der Industrie setzt das LGG-Konzept auf eine starke Vernetzung mit etablierten regionalen und überregionalen Klein- und Mittelbetreiben, was einem zusätzlichen Cluster in und rund um Steyr Auftrieb geben sollte. Vorgesehen sind zudem Kooperationen mit Start-ups und die Schaffung eines Forschungszentrums mit Schwerpunkt moderner Antriebstechnik, und Logistik.

Arbeiterbetriebsrat Erich Schwarz hält den LGG-Plan für ein Green-Mobility-Center grundsätzlich für solider als die bisher verhandelte Variante mit Sigi Wolf. Es sei für ihn jedenfalls eine Basis, aufgrund derer der Vorstand "ernsthafte Verhandlungen mit dem Konsortium aufnehmen sollte", stelle er gegenüber der APA klar.

WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz

WKO-Vizepräsidentin: "Lockdown wie versprochen beenden"

Martha Schultz, Vizepräsidentin der Bundeswirtschaftskammer, appelliert …

WKÖ-Präsident Mahrer: "Lockdown-Schließungen sind skandalös"

Wirtschaftskammer Präsident Harald Mahrer kritisiert die Schließungen in …

Die Fussl-Chefs Ernst (links) und Karl Mayr: "Eigentlich dürfte es uns so gar nicht geben."

Fussl Modestraße - das unmögliche Modehaus

Kein Webshop, keine Influencer, keine Wegwerfmode: wie FUSSL MODESTRASSE …

Corona-Härtefallfonds: Antragsfrist läuft

Ab sofort können Anträge für den neuen Corona-Härtefallfonds eingebracht …