MAN lebt nur zweimal - Was Siegfried Wolf vor hat

Der Kampf um das Überleben des MAN-Werks in Steyr strebt seinem Finale zu. Der frühere Magna-Zampano Siegfried Wolf will daraus eine Art von internationalem Arm seines russischen Lkw-Bauers GAZ machen. Andere Bieter muss er kaum fürchten. Ein Drittel der Belegschaft wird allerdings ihren Jobs verlieren.

MAN lebt nur zweimal - Was Siegfried Wolf vor hat

SEHNSUCHT nach Österreich. Nachdem er 2010 seinen geschäftlich Fokus auf Russland gerichtet hat, will es Sigi Wolf noch einmal wissen. Er hat vor, hierzulande Transporter, Busse und Lkw zu bauen. Auch mit Elektro-Antrieben.

Schon im Oktober 2020 ortete der trend Siegfried Wolf erstmals als einen Interessenten für die Lkw-Produktion von MAN in Steyr. Nun scheint er auf der Zielgeraden angekommen zu sein, um MAN in Steyr zu übernehmen.

Sein Konzept kling aus seiner Sicht stringent, will er doch in Zukunft die Marke MAN Steyr hochhalten. Von den derzeit 2000 fixen Mitarbeitern (inklusive 116 Lehrlingen) will Wolf aber nur 1400 (inklusive 150 Lehrlinge) weiterbeschäftigen. Zu teuer sind die heimischen Mitarbeiter, die zudem in weiterer Folge vom Nettogehalt noch 15 Prozent im Fall der Wolf-Übernahme abgeben müssen. Betriebsrat und Gewerkschaft haben die vergangenen Wochen schon Alarm geschlagen. Sie kritisieren, dass MAN weitere Interessenten nicht gehört hat. Und Wolf schon den Zuschlag in der Tasche habe.

Ex-Magna-Manager Wolf will weiterhin Lkw , aber auch Busse und Kleintransporter sowie in weiterer Folge auch Fahrzeuge mit Elektroantrieb in Österreich produzieren. 40 Prozent der Wertschöpfung sollen aus heimischer Fertigung kommen. Ebenso sollen Fahrgastzellen aus Österreich für den russischen Automobilkonzern GAZ produziert werden. Wolf hält dort zehn Prozent Anteil. Der russische Oligarch Oleg Deripaska ist Haupteigentümer. im Jahr 2010 hatte Wolf bei GAZ angeheuert. GAZ zählt zu den modernsten und vor allem hochprofitablen Automobilherstellern Russlands, die unter anderem Fahrzeuge auch für den Weltmarkt produzieren.

An der Person Deripaska spießt sich das ausgefeilte Geschäftsmodell von Wolf. Denn der russische Unternehmer ist auf der US-Sanktionsliste, auf der weitere russische Geschäftsleute stehen, die ein engem Kontakt mit Russland Präsidenten Wladimir Putin stehen. Unternehmen aus der EU müssen damit rechnen, sollten sie mit GAZ oder anderen Unternehmen Russlands Geschäfte machen, dass auch sie auf die Liste kommen. Die jüngsten Angriffe von US-Präsident Joe Biden gegen Russlands Wladimir Putin zeigen auf, dass Wolf die Sanktionen nicht so schnell los werden wird, wie er zuletzt durchblicken hat lassen.

Nichtsdestotrotz ist Siegfried Wolf am Freitag in Steyr angetreten, um die Belegschaft offiziell über seine Pläne zu informieren. Nach den Osterfeiertagen soll die Belegschaft über das Angebot Wolfs abstimmen.


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