MAN-Mutterkonzern Traton: "Auf dem Weg, Steyr zuzumachen"

Bei der VW-Nutzfahrzeugholding Traton, dem Mutterkonzern von MAN, brummt das Geschäft wieder. Der Standort Steyr soll laut Vorstandschef Matthias Gründler dennoch geschlossen werden. Falls es nicht zu einer Einigung in letzter Minute kommt.

MAN-Mutterkonzern Traton: "Auf dem Weg, Steyr zuzumachen"

MAN Steyr: Geht doch noch was? Die RLBOÖ wirft sich für den Standort in den Ring.

Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton, zu der auch MAN gehört, ist wieder gut im Geschäft. Der Quartalsumsatz von Traton stieg um 15 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro, der Gewinn von 96 Millionen auf 127 Millionen Euro. "So rasch, wie die Pandemie vor einem Jahr das Nutzfahrzeuggeschäft getroffen hat, so rasch geht es nun mit den Bestellungen unserer Kunden wieder aufwärts", sagte Vorstandschef Matthias Gründler.

Allerdings belaste die Restrukturierung der seit Jahren schwächelnden Tochter MAN belastete das operative Ergebnis der Holding mit 362 Millionen Euro. Zu Spekulationen über das MAN-Werk in Steyr stellte Gründler daher klar: "Wir sind klar auf dem Weg, Steyr zuzumachen."

MAN werde jedoch weiter mit dem Investor WSA des früheren Magna-Chefs Siegfried Wolf sprechen. Wolf hatte zuletzt die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) mit ins Boot genommen. "Das jetzt vorliegende Konzept erscheint uns schlüssig, dass damit der Standort MAN erhalten werden kann", hieß es von dem Institut. Jetzt bleibe abzuwarten, wie die weiteren Verhandlungen laufen. Die Belegschaft in Steyr hatte mehrheitlich gegen ein erstes Offert von WSA gestimmt.

Teure Schließung

1,5 Milliarden Euro könnte die Schließung des MAN-Werks in Steyr nach Schätzungen der Gewerkschaft kosten. Knackpunkt ist die von MAN erst 2019 abgegebene Standortgarantie bis 2030, die der Gewerkschaft zufolge ebenso lange Lohn- und Gehaltsfortzahlungen für die 2.300 Mitarbeiter bedingen würde.

In der Standortsicherungsvereinbarung 2019 habe sich MAN verpflichtet, jährlich 4 Prozent des Umsatzes von Steyr in den Standort zu investieren, erklärte Stöger - das wären bei rund einer Milliarde Umsatz jährlich 40 Millionen Euro, also bis Ende 2030 rund 400 Millionen Hinzu komme der Kündigungsverzicht, der nach Ansicht der Arbeitnehmervertretung eine Entgeltfortzahlung bis 2030 nach sich ziehen würde. Das wäre bei einer Lohnsumme von rund 170 Millionen Euro auf zehn Jahre gerechnet etwa eine Milliarde Euro, schätzt Alois Stöger, Leiter der Abteilung der Sozialpolitik der Produktionsgewerkschaft PRO-GE.

MAN hat diese Vereinbarung zwar gekündigt, laut einem Rechtsgutachten im Auftrag der Gewerkschaft sei der Kündigungsverzicht aber weiterhin gültig.

Siegfried Wolf will nun mit einem neuen Angebot die Belegschaft überzeugen. Statt wie bisher nur 1.250 sollen nun 1.400 Stellen erhalten bleiben, indem 150 Jobs über eine Forschungsgesellschaft abgesichert werden. Arbeitnehmervertreter begrüßten den Vorstoß, ihnen fehlt es aber an Details.

RLBOÖ will mit Wolf ziehen

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich will mithelfen, das Werk Steyr zu erhalten. "Wir haben immer gesagt, dass wir uns vorstellen können, dass wir Teil eines Konsortiums werden, wenn ein wirklich zukunftsweisender Plan am Tisch liegt", bekräftigte Generaldirektor Heinrich Schaller. Das jetzt von Investor Siegfried Wolf vorliegende Konzept erscheine schlüssig. Schaller: "Jetzt bleibt abzuwarten, wie die weiteren Verhandlungen laufen. Über Details wollen wir derzeit aber noch keine Auskünfte geben."

Auch in Deutschland streicht MAN jetzt 3.500 . Für diesen Stellenabbau und die erforderlichen Maßnahmen bei MAN Truck & Bus veranschlagte Traton von Jänner bis März 362 Millionen Euro an Kosten. Für das Werk in Steyr wurden noch keine gesonderten Kosten verbucht.

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