Wienerberger-Ergebnis sinkt auf null

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 © APA/HERBERT NEUBAUER
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Der schwache Wohnungsneubau und 47 Millionen Euro Kosten für ein US-Kartellverfahren lassen den Gewinn des Baustoffherstellers zum Halbjahr schmelzen. Aufsichtsratschef dankte Heimo Scheuch für sein „Lebenswerk".

Wienerberger-Aufsichtsratschef Peter Steiner eröffnete die Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der Halbjahreszahlen mit einem großen Danke an den langjährigen CEO Heimo Scheuch, der am Montag seinen Rückzug von der Konzernspitze aus gesundheitlichen Gründen angekündigt hatte. „Die Transformation von Wienerberger und das, was das Unternehmen heute ist, ist sein Lebenswerk", so Steiner, der Scheuch wünschte, „dass er seine Zeit nun seiner Gesundheit widmen kann."

Anders als avisiert, führten dann Interims-CEO Gerhard Hanke gemeinsam mit Finanzvorständin Dagmar Steinert durch die Konferenz. Der börsennotierte Baustoffkonzern Wienerberger hat heuer im ersten Halbjahr in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld keinen Gewinn mehr geschrieben. Unter dem Strich blieben null Euro, wie aus dem aktuellen Halbjahresbericht des Unternehmens vom Mittwoch hervorgeht. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren noch 106 Mio. Euro erzielt worden.

Besonders auffällig sind in der Halbjahresbilanz die „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge", die mit minus 104 Millionen Euro zu Buche schlugen, nach minus 3 Millionen im Vergleichszeitraum 2025. Als größter Brocken wird mit 47 Millionen Euro Kosten die Beilegung eines Kartellverfahrens in den USA genannt. Ende Juli war eine Einigung der US-Tochtergesellschaft Pipelife Jet Stream zur Beilegung von drei Kartellrechts-Sammelklagen kommuniziert worden.

Steinert bestätigte nun, dass „wir uns in der kartellrechtlichen Sammelklage auf einen Vergleich geeinigt haben und dafür insgesamt 52 Millionen US-Dollar bzw. rund 47 Millionen Euro zahlen müssen." Die Information im Rahmen bisheriger Trading Updates zu veröffentlichen sei "uns aufgrund rechtlicher Auflagen nicht gestattet gewesen".

Der Gewinnausblick für das Gesamtjahr wurde im Juli gesenkt und am Mittwoch auf dem niedrigeren Niveau bestätigt. Für 2026 erwartete das Management ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 700 Mio. Euro - bis Juli war mit rund 100 Mio. Euro mehr gerechnet worden. Der Wert ist bereinigt um den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen und Strukturanpassungen.

Als Hauptgründe für den rückläufigen operativen Gewinn führte Wienerberger die schwächer als erwartete Wohnungsneubautätigkeit, insbesondere in den USA, Kanada und Großbritannien, sowie die erhöhte Kosteninflation infolge geopolitischer Konflikte an.

Der Umsatzanstieg wiederum sei von der weiterhin robusten Entwicklung in den Bereichen Infrastruktur und Renovierung getragen, die den Angaben zufolge inzwischen mehr als 60 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen, sowie von Akquisitionen. Das organische Wachstum belief sich den Angaben zufolge auf 7 Prozent, der Beitrag aus Mergers und Acquisitions (M&A) auf 6 Prozent.

„Mit der größten Portfoliotransformation in der Geschichte von Wienerberger haben wir den Schwerpunkt unseres Geschäfts auf die strukturell widerstandsfähigen Märkte Renovierung und Infrastruktur verlagert", sagte der interimistische Konzernchef Gerhard Hanke. Die erwartete Erholung im Wohnungsneubau sei „bislang ausgeblieben". Dank der Akquisition von Italcer und gezielter Investitionen in die Bereiche Dach und Infrastruktur würden bereits mehr als 60 Prozent unseres Umsatzes in diesen zukunftsstarken Segmenten erzielt.

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