
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, bei der Jahrespressekonferenz der Volkswagen Group.
©APA/dpa/Julian StratenschulteNach dem Einbruch des VW-Gewinns im Vorjahr um fast die Hälfte soll der Stellenabbau auf 50.000 steigen.
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Der Gewinn des deutschen Volkswagen-Konzerns ist im vergangenen Jahr um fast die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Konzernergebnis nach Steuern 2025 um rund 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit. Der Umsatz stagnierte bei 322 Milliarden Euro, heuer soll er um drei Prozent steigen. Nun sollen 50.000 Jobs bis 2030 gestrichen werden, nicht nur die bisher bekannten 35.000.
Finanzchef Arno Antlitz sagte, das Jahr sei von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität geprägt gewesen. Die Restrukturierung bei dem Unternehmen zeige zwar Fortschritte, und der Netto-Cashflow sei besser ausgefallen als erwartet. „Das aktuelle Ergebnisniveau von bereinigt 4,6 Prozent vor Restrukturierung reicht aber langfristig nicht aus.“
Bei der operativen Rendite haben sie sich vier bis 5,5 Prozent vorgenommen. Das wäre eine deutliche Verbesserung zu den 2,8 Prozent im vergangenen Jahr, als dieser um 3,1 Punkte abgerutscht war.
Stellenabbau
VW werde nun „weiter konsequent unsere Kosten senken“, erklärte Antlitz. In Deutschland werden deshalb weitere Stellen gestrichen: „Insgesamt sollen bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten Volkswagen-Konzern in Deutschland abgebaut werden“, erklärte Konzernvorstand Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre. Ende 2024 hatte VW mit den Gewerkschaften einen Stellenabbau in Deutschland um 35.000 bis 2030 vereinbart, vor allem bei der Kernmarke VW.
Weltweit beschäftigte VW voriges Jahr noch 662.900 Mitarbeiter. Das waren um 2,4 Prozent weniger als 2024.
Absatz in Europa gestiegen
Bei den Absatzzahlen freute sich der Autokonzern über einen Anstieg um fünf Prozent in Europa und zehn Prozent in Südamerika. In Nordamerika verkaufte VW hingegen zwölf Prozent weniger Fahrzeuge, in China sechs Prozent weniger. Insgesamt verkaufte der Konzern knapp neun Millionen Fahrzeuge, nach etwas mehr als neun Millionen im Vorjahr.
Vergütungen gesunken
Der Gewinneinbruch bei Volkswagen und Porsche macht sich auch auf dem Konto von Konzernchef Oliver Blume bemerkbar. Seine Gesamtvergütung einschließlich der Versorgungsaufwendungen ging im vergangenen Jahr auf 7,42 Millionen Euro zurück, zeigt der Vergütungsbericht. Im Vorjahr waren es 10,35 Millionen Euro. Alle Vorstandsmitglieder hatten im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Sparprogramm auf Gehalt verzichtet. Bei Blume macht das fast eine halbe Million Euro aus.
Ein wichtiger Grund für das niedrigere Gehalt ist, dass die Bonuszahlungen geringer ausfielen als noch vor einem Jahr. Der Porsche-Bonus fiel ganz weg. Die einstige Ertragsperle Porsche hatte 2025 gerade noch schwarze Zahlen geschrieben. Die Sportwagenschmiede leidet unter anderem darunter, dass sie in China kaum noch Autos verkauft.
Topverdiener bei Volkswagen ist weiter Blumes Vorgänger Herbert Diess, der im August 2022 abgelöst worden war. Weil sein Vertrag bis Oktober 2025 lief, bekommt er für das abgelaufene Jahr noch mehr als neun Millionen Euro.