Raiffeisen NÖ-Wien macht sich EZB-fit

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Artikelbild
 © OERV

Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien

©OERV
  1. home
  2. Aktuell
  3. Unternehmen

Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien überträgt nahezu ihren gesamten Betrieb an ihr Tochterunternehmen Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. Im Vorfeld hat die Europäische Zentralbank dem Institut Änderungen in der Struktur empfohlen.

Keine Sommerpause bei Raiffeisen Niederösterreich-Wien. Heute haben die Aufsichtsgremien der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien (RH NÖ-Wien) und jener der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien eine umfassende Umstrukturierung beschlossen. Diese sieht vor, dass das gesamte operative Geschäft der Holding auf deren 100-Prozent-Tochter, die RLB NÖ-Wien, übergeht. Umfasst davon sind alle wesentlichen Industriebeteiligungen der Holding, wie die Agrana, die Nöm, die Strabag und die Medienbeteiligungen wie der „Kurier“ sowie etliche Immobilien. „Die EZB hat uns empfohlen, uns mit unserer Struktur zu beschäftigen. Und solche Empfehlungen lässt man nicht unberücksichtigt“, erläutert Erwin Hameseder, Obmann der RH NÖ-Wien, den Schritt. Denn die Europäische Zentralbank ist seit rund eineinhalb Jahren für die Prüfung der Holding verantwortlich, aber so Hameseder, „die Struktur der Holding war in der EZB einzigartig“. So hat es der EZB etwa nicht unbedingt gefallen, dass der Risikovorstand der Bank gleichzeitig auch in der Geschäftsleitung der Holding saß, also quasi zwei Hüte aufhatte.

Die Umgründung, die am 9. September erst durch die jeweiligen Hauptversammlungen beschlossen werden soll, soll insgesamt zu einer Vereinfachung der Struktur im Sektor führen. „Wir werden dadurch noch schlanker, effizienter und transparenter“, sagt RLB NÖ-Wien-Chef Martin Hauer. Aus fünf Steuerungskreisen werden künftig drei. Diese Transparenz soll auch die Refinanzierung am Kapitalmarkt erleichtern, so Hauer. Diese Maßnahme, die rückwirkend per 1. 1. 2026 gelten soll, werde aber keine Auswirkungen auf die Mitarbeiter haben, versichert der RLB NÖ-Wien-Chef.

Die Holding, die die aktuelle Struktur im Jahr 2001 aufgesetzt hat, wird dadurch zu einer reinen Finanzholding, die auch keine Bankkonzession mehr benötigt. Ihre Hauptaufgaben würden künftig darin bestehen „gute Dividenden aus der RLB zu bekommen“, die Bildung und Weiterbildung der Genossenschafter und dem Förderauftrag nachzukommen, betont Hameseder. Der Obmann der Holding werde aber weiterhin auch Aufsichtsratsvorsitzender der RLB sein und sich „weiterhin intensiv einbringen“, wenn es um die Beteiligungen geht. Hameseder: „Die Holding wird weiterhin ein starker Eigentümer sein.“

Über die Autoren

Logo
trend. Newsletter

Die wichtigsten Wirtschaftsthemen des Tages