
Vorstand Marco Ramsbacher hält fast ein Drittel der Westbahn-Anteile, er kann vom aktuellen Erfolgslauf entsprechend profitieren.
©beigestellt, Westbahn2025 erzielte der private Bahnbetreiber unterm Strich erstmals einen Bilanzgewinn in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro.
Mit ihrem digitalen Reiseassistenten Westbuddy geht die Westbahn den nächsten Schritt in Richtung einer KI-unterstützten „Customer Journey“. Ganz analog sind hingegen die prächtigen Gewinne des privaten Bahnunternehmens. Wie aus dem Protokoll der Hauptversammlung der Eigentümergesellschaft Rail Holding AG vom 29. Juni hervorgeht, das dem trend vorliegt, erzielte der ÖBB-Herausforderer im Jahr 2025 einen Bilanzgewinn in Höhe von 62,2 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor.
Davon ausgeschüttet wurden 36 Millionen Euro nach 27,5 Millionen Euro im Jahr davor. Darüber freuen sich naturgemäß die größten Anteilseigner: 48,3 Prozent bekommt die Haselsteiner-Privatstiftung, somit 17,4 Millionen Euro. Vorstand Marco Ramsbacher, dessen Kolomani Holding 31,7 Prozent an der Rail Holding hält, bekommt 11,4 Millionen Euro. Den Rest, 20 Prozent, erhält SVD, eine Tochter der französischen Staatsbahn SNCF. Ihre Dividende beträgt 7,2 Millionen Euro. Interessantes Detail: Der Firmensitz wird von Wiener Neustadt nach Wien verlagert.
Umsatz- und Passagierzahlen werden üblicherweise erst in den später am Firmenbuch hinterlegten Jahresabschlüssen publik. Die Zeichen stehen jedenfalls weiter auf Expansion. Seit März 2026 fährt der private Betreiber fünfmal täglich von Wien über Graz durch den Koralmtunnel nach Klagenfurt und Villach. Wie aus aktuellen Anmeldungen bei der Behörde Schienencontrol hervorgeht, ist eine weitere Ausdehnung bis nach Lienz in Osttirol geplant – frühestens ab dem kommenden Fahrplanwechsel Mitte Dezember. Budapest und Frankfurt hat die Westbahn schon früher als mögliche weitere Expansionsziele genannt.