Erwin Soravia: „Nicht ganz verschont geblieben"

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Erwin Soravia ist um Schadensbegrenzung bemüht.©beigestellt
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Die Immo-Krise trifft auch die Soravia Group. Einige Tausend deutsche Anleger werden Verluste erleiden. ERWIN SORAVIA beteuert aber, dass man insgesamt gut aufgestellt und nur ein Bruchteil der Investoren betroffen sei.

Am 29. November 2023 meldete die Signa Holding Insolvenz an und löste Schockwellen aus. Am gleichen Tag zogen Banken die Finanzierung für ein Projekt der Wiener Soravia-Gruppe zurück. Die wollte in Unterföhring bei München ein ehemaliges Allianz-Rechenzentrum in ein Bürohaus umbauen. Der Kaufpreis für die Immobilie konnte zwar vor rund einem Jahr aufgrund der zwischenzeitlich geänderten Marktlage von zuvor 115,5 Millionen Euro auf 93,3 Millionen hinunterverhandelt werden. Ein Bankenkredit kam trotzdem nicht zustande. Das Vorhaben ist abgeblasen. Soravia musste ein millionenschweres Pönale an den Verkäufer bezahlen. Ähnliches passierte bei einem zweiten Fall.

Die beiden Projekte zählen zum Immobilienpool, für den eine deutsche Soravia-Tochter, die Investmentgesellschaft One Group, Geld bei Anlegern eingesammelt und in Fonds gebündelt hat. Einige nicht mehr wie geplant funktionierende Vorhaben führen nun dazu, dass vier von rund 25 Fonds in Schwierigkeiten stecken.

Ganz besonders gilt das für die Finanzprodukte „Europa 9“ und „Europa 10“. Bei diesen haben deutsche Anleger nachrangige Schuldverschreibungen von zusammen 270 Millionen Euro gezeichnet. Es handelt sich dabei um Mezzaninkapital, das wie Eigenkapital behandelt wird. Die festgelegten Zinszahlungen mussten zu Jahresende bereits ausgesetzt werden. Was in Deutschland die Alarmglocken schrillen ließ und bei Soravia Erklärungsbedarf auslöste.

Eine Evaluierung der Lage ist so gut wie abgeschlossen. Letztlich wird nichts anderes übrig bleiben, als den Stecker zu ziehen. Konzern-CEO Erwin Soravia und sein Finanzvorstand Peter Steurer deuten an, dass die Anleger bei diesen beiden Fonds mit Verlusten rechnen müssen. Laut Schätzung des trend können das bis zu 50 Prozent sein.

Auch die Fonds „Deutschland 7“ und „Deutschland 8“ – Volumen: circa 130 Millionen Euro – haben Probleme, aber weniger gravierende. Hier soll es zu Zinsstundungen und Verlängerung der Rückzahlungsfrist kommen. Am Ende könnte den Investoren das Kapital aber zurückgezahlt werden.

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