Enpulsion: Wachstum mit Weltraum

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Alexander Reissner

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Alexander Reissner verfolgt seit Langem die Vision, innovative Triebwerke für Satelliten zu bauen. Nun wird sein Unternehmen Enpulsion mit einem 22,5-Millionen-Euro-Investment eines deutschen Investors „belohnt".

Nordwind Growth, ein in München ansässiger Wachstumsfonds, wird 22,5 Millionen Euro in das Unternehmen imit Sitz am Wiener Flughafen investieren. Für Gründer Reissner, der nach eigenen Angaben schon als Kind „eine Daniel-Düsentrieb-Affinität" hatte, Ansporn, weiter zu wachsen. In den nächsten fünf Jahren will er den Mitarbeiterstand auf 300 Mitarbeiter:innen fast verfünffachen.

Reissner, der demnächst 40 Jahre alt wird, blickt für den trend zurück auf seinen Weg, der ihn zum Erfinder machte. In der Schule bestritt er erfolgreich die Physikolympiade, in seiner Masterarbeit für sein Physikstudium an der TU Wien beschäftigte er sich bereits mit einem Antriebssystem für Satelliten, für sein Doktorat in Aerospace Engineering suchte er sich Südkorea aus. Mit Garagenerfinder Düsentrieb hat der ausgebildete Weltraumtechniker Reissner also nur bedingt etwas gemein, dennoch war es ein Geistesblitz, der ihn im Rahmen einer Podiumsdiskussion vor zehn Jahren auf die Idee brachte, für die damals erst am Anfang stehenden Flotten von Kleinsatelliten für Navigation, Kommunikation oder Erdbeobachtung elektrische Antriebssysteme zu entwickeln. Diese sollten in der Lage sein, die künstlichen Trabanten zu steuern, um sie genau in Position zu bringen und vor allem auch so zu navigieren, dass Zusammenstöße verhindert werden – eine Voraussetzung dafür, den Weltraum intensiver nutzen zu können.
Im Rahmen seines dafür gegründeten Unternehmens Enpulsion – eines Spin-offs der FH-Wiener-Neustadt-Tochter Fotec, die er damals leitete – setzte er alles daran, geeignete Ionenantriebe zu entwickeln: leicht, kompakt, energieeffizient, mit dem Schwermetall Indium als Treibstoff. Heute stecken in den würfelförmigen Triebwerken, von denen 150 pro Jahr produziert werden, 30 Jahre Forschungsarbeit und neun Patente. 70 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von zwölf Millionen Euro mit Kunden von den USA bis Japan.
Produziert wird im Office Park des Wiener Flughafens, wo Enpulsion seine Fertigungsstraße hat – vom Clean Room bis zu den Unterdruckkammern, in denen jedes Triebwerk getestet wird – und mittlerweile zum drittgrößten Lieferanten dieser Triebwerksart avancierte. Doch Reissner – er hält mehr als die Hälfte der Unternehmensanteile, eine neue Finanzierungsrunde ist in Vorbereitung – arbeitet bereits an der nächsten Generation. Sein Ziel: „Wir wollen ein holistischer Mobilitätsanbieter für den Weltraum werden.“

Der Artikel erschien im Rahmen der trend-Titelgeschichte „Land der Tüftler" am 10. Oktober 2025 und wurde im März 2026 aktualisiert.

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