
Hoodie statt Hemd: Bei der Yelllow-Präsentation zeigte sich Post-CEO Walter Oblin erstmals im neuen Outfit für die Mitarbeitenden in den Filialen, designt wieder von Marina Hörmanseder, aber funktioneller und lässiger.
©Post AGNoch ist das neue Mobilfunkangebot der Post gar nicht gestartet, schon überbieten sich die Mitbewerber im Preiskampf – in den die Post nicht einsteigen will. Sie setzt auf andere Assets.
Die Post war schon einmal im Telekommunikationsgeschäft – bis Ende der 1990er-Jahre der Markt liberalisiert wurde. Der Staatskonzern wurde aufgespalten: Die Post hat sich auf das Kerngeschäft Logistik konzentriert, die Mobilfunktochter A1 der neu gegründeten Telekom Austria bot ihre Dienste lange als Shop-in-Shop-Lösung in den Postfilialen an, und ist 2025 ausgezogen. Nun wagt sich die Post unter eigener Marke auf den Markt.
Inszeniert hat die Post ihre Rückkehr in den Telekommunikationsmarkt wie eine Paketzustellung. Ende Dezember eine erste Benachrichtigung: Yelllow heißt die Marke. Mitte Februar die nächste Verständigung: 0693 die Vorwahl. Zugestellt wird das Mobilfunk-Paket der Post tatsächlich aber erst am 1. April.
Mehr als die potenziellen Telefonkund:innen hat das in den letzten Wochen vor allem den Mitbewerb alarmiert und zu Kampagnen veranlasst. Das Gelb von yesss! (gehört zu A1) scheint noch gelber als sonst. Drei adaptierte vor wenigen Wochen das Diskontmodell der dänischen Schwester OiSTER und führte mit Kampfpreisen die neue Marke Hörbi ein. In den vergangenen Tagen wurden die TV-Werbefenster zur besten Sendezeit gebucht, auch vom Diskontmarktführer und -pionier in Österreich: HoT. Und A1 freut sich in einer Mitteilung gerade über die ÖGVS-Auszeichnung, „die besten Mobilfunkshops“ zu haben.
Die Dynamiken des Mobilfunkmarktes sind für Post-Generaldirektor Walter Oblin neues Terrain: So gab er sich bei der ersten öffentlichen Präsentation des Angebots am 26. März etwas überrascht von den jüngsten Preisaktionen seiner künftigen Mitbewerber: „Wir steigen nicht in einen Preiskampf ein, und wollen auch nicht der Billigste sein. Günstige und faire Tarife und hohe Qualität in der Dienstleistung sind unser Anspruch.“
Wir steigen nicht in einen Preiskampf ein und wollen auch nicht der Billigste sein.
Einfache Tarife, Mittelklasse-Hardware
Yelllow bietet drei Smartphonetarife und zwei Internettarife. Für die Generation 65plus gibt es ein separates Angebot. Hardware kommt von Samsung, Xiaomi und Emporia, die Internetrouter von ZTE. „Wir bieten sehr gute Geräte im mittleren Preissegment. Das Premiumsegment lassen wir bewusst aus“, sagt Oblin. Apple-Geräte soll es auch bald geben, sie kommen wiederaufbereitet ins Sortiment.
Ganz ohne Promotion geht aber auch die Post nicht an den Start. Bis 30. Juni gibt es auf die Tarife zehn Prozent Rabatt, „die auf Tariflebenszeit gelten“, so der Generaldirektor. Alle Tarife sind ohne Vertragsbindung.
Schlankes Projekt, große Reichweite
Der Einstieg in den Telekommarkt wurde seit zehn Monaten von einem kleinen Kernteam entwickelt und gesteuert. Für die technische Abwicklung hat sich die Post schließlich für A1 entschieden, und auch der telefonische Kundenservice wird von A1 abgewickelt. Oblin: „Wir haben das als MVNO as a Service eingekauft.“ Das stärkste Asset der Post ist fraglos das landesweite Filialnetz und die etablierte Marke: 1.700 Postfilialen bzw. Postpartner werden damit Yelllow. „Wir haben 3.600 Ansprechpartner:innen, die vor Ort zu den Produkte beraten und Kunden direkt unterstützen“, sagt Oblin.
Bei einem Kick-off im Linzer Designcenter wurden 500 Filialleiter:innen jüngst auf das Projekt eingeschworen. Strategische Blaupause ist die bank99, die seit letztem Jahr Gewinne schreibt und mittlerweile über 300.000 Kunden betreut. Diese Kundenzahl peilt man bei der Post auch „mittelfristig“ im Mobilfunk an, so der Generaldirektor, „profitabel wollen wir in drei bis vier Jahren sein.“
Yelllow: Die Mobilfunk-Tarife der Post
Für das Smartphone:
Yelllow Mobile S: 75 GB, 1.000 Min/SMS, 30 Min in die EU, bis zu 100 Mbit/s mit 5G um 9,89 Euro
Yelllow Mobile M: 120 GB, 1.500 Min/SMS, 60 Min in die Min EU, bis zu 150 Mbit/s mit 5G um 14,39 Euro
Yelllow Mobile L: 200 GB, 2.000 Min/SMS, 120 Min in die EU, bis zu 200 Mbit/s mit 5G um 18,89 Euro
Für Senioren:
Yelllow Mobile 65 Plus (exklusiv in Postfilialen und bei Postpartnern): 10 GB, 2.000 Min/SMS, bis zu 50 Mbit/s mit 4G um 8,09 Euro (Tarif mit 4G)
Für Internet:
Yelllow Internet: unlimitiertes Datenvolumen, bis zu 70 Mbit/s mit 4G um 18,89 Euro
Yelllow Internet Speed: unlimitiertes Datenvolumen, bis zu 120 Mbit/s mit 5G um 28,79 Euro


Schlankes Kernteam für das Projekt Mobilfunk: Post-Generaldirektor Walter Oblin, flankiert von Nadine Hacker (Leiterin Telekommunikation & POS-Marketing, Filialen) und Harald Kunczier (Geschäftsfeldleiter Filialen).
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