Warum die Recyclingkrise droht

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 © Mag. Paul Szimak

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PET, Dosen, Plastikverpackungen: Das Sammeln boomt, doch fehlende Vorgaben zur Wiederverwendung drohen den versprochenen Kunststoffkreislauf ins Leere laufen zu lassen.

So weit, so erwartet: Seit das neue Plastik-Einwegpfand dafür sorgt, dass die Einkaufssackerl beim Hinweg zum Supermarkt voller sind als beim Rückweg, verzeichnet der österreichische Plastikflaschen-Recycler PET to PET mit 1,34 Millionen Stück einen neuen Sammelrekord, zeigt die Jahresbilanz 2025 – plus sieben Prozent. Eher unerwartet war hingegen, dass man drei Prozent weniger an Schreddermaterial verkaufen konnte. „Dieser Umstand“, so bilanziert Chef Christian Strasser trocken, „führte kurzfristig zu einem Lageraufbau.“ 

Dahinter steckt ein Dilemma für die ganze europäische Recyclingbranche. Vorerst klangen die ambitionierten Ziele der EU nach einem industriepolitischen Befreiungsschlag: mehr getrennte Sammlung, höhere Recyclingquoten und am Ende ein funktionierender Kunststoffkreislauf. Doch vor allem fehlende Vorgaben zum Einsatz der Rezyklate lassen nun das auf Lager liegende Recyclingmaterial in Europa anwachsen – und den Markt einbrechen. Harald Hauke, Chef des Marktführers bei der Kunststoffsammlung, ARA (Gelber Sack): „Es ist ein Konstruktionsfehler, dass man zuerst Sammelquoten vorgegeben hat, aber Jahre wartet, bis die Hersteller das Material dann auch verwenden müssen.“ 

Tatsächlich hat sich die EU bisher eher mit der Sammlung beschäftigt. Bis 2030 müssen alle Kunststoffverpackungen – nicht nur Flaschen – gesammelt, 55 Prozent auch geschreddert und zu Granulat verarbeitet werden, so die Vorgabe. Schon das ist ambitioniert genug – fraglich, ob Österreich das 50-Prozent-Zwischenziel 2025 für seine 300.000 Tonnen Kunststoffver-packungen erreicht hat. Zuletzt lag der Anteil insgesamt bei nur bei knapp 30 Prozent, lediglich einzelne Unternehmen wie die ARA dürften die höheren Quoten geschafft haben. 

Das wirkliche Problem blieb bis jetzt ungelöst: Was passiert mit dem mühsam gesammelten und aufbereiteten Material, das viel teurer ist als Neuware? 

Lesen Sie den Artikel in ganzer Länge in der trend.PREMIUM Ausgabe vom 6. März 2026.


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