US-Ökonomen gewinnen Wirtschaftsnobelpreis

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Der Wirtschaftsnobelpreis 2026 geht an die US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford für ihre Forschung zu den mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierung.

Der Wirtschaftsnobelpreis 2026 geht an die US-Ökonomen Robert E. Hall und Michael Woodford. Die an den US-Universitäten Stanford bzw. Columbia tätigen Wissenschafter werden für ihre „mikroökonomischen Grundlagen der makroökonomischen Stabilisierun“" ausgezeichnet, gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekannt.

Mit der Kombination aus Halls Erkenntnissen über die Konsumnachfrage und Woodfords Forschung zur Preissetzung der Firmen hätten die Ökonomen die theoretische Fundierung für jene Modelle geschaffen, welche Notenbanken und Regierungen heute weltweit verwenden, begründete das Komitee die Entscheidung. „Auf der Grundlage dieser Modelle können zeitlich gut abgestimmte fiskal- und geldpolitische Maßnahmen die Konjunkturschwankungen abmildern,“ so John Hassler, Vorsitzender des Preiskomitees.

Woodford: Riesige Ehre

„Es ist eine riesige Ehre, es ist eine Überraschung," sagte Woodford, Jahrgang 1955, bei der Verkündung per Telefonschaltung. Der „Neukeynesianer“, der an der Universität Columbia in New York lehrt, gilt als einer der führenden Köpfe der geldpolitischen Theorie. Seine Erkenntnisse hätten sich beispielsweise bei der Finanzkrise 2008 ausgezeichnet, als traditionelle ökonomische Werkzeuge nicht ausgereicht hätten, um ökonomische Aktivität wiederherzustellen, führte er bei der Zuschaltung als Beispiel an.

Stanford-Ökonom Robert Hall, geboren 1943, forscht unter anderem zu Konsumverhalten, Beschäftigung und Inflation. Er leitete zudem lange Zeit das Gremium, welches Beginn- und Endpunkte von Rezessionen in den USA festlegt.

Keynes Theorie stieß bei Ölkrisen an ihre Grenzen

Lange Zeit war die Wirtschaftspolitik von dem britischen Ökonomen John Maynard Keynes geprägt, in dessen fast einhundert Jahre alten Theorie die gesamtwirtschaftliche Nachfrage Wirtschaft und Beschäftigung steuert. In Rezessionsphasen wird demnach die Konjunktur durch Zinssenkungen und eine Erhöhung des Haushaltsdefizits gezielt staatlich angekurbelt, während das Gegenteil getan werden sollte, um eine boomende Wirtschaft zu dämpfen.

Während der Ölkrisen der 1970er Jahre kam Keynes Modell aber an Grenzen. „Sie senkten die Arbeitslosigkeit nicht, sondern führten stattdessen zu einer unkontrollierten Inflation“, schrieb die Jury. „Der Westen erlebte ein Jahrzehnt mit geringem Wachstum, hoher Arbeitslosigkeit und hoher Inflation.“ Der Keynesianismus kam in Verruf.

Neues Denken für Wirtschaftskrisen

Hall und Woodford konzipierten neue Modelle, um die Stabilisierungspolitik wiederzubeleben. Anstatt diese auf statistische Zusammenhänge zwischen makroökonomischen Variablen wie Inflation, Produktion und Konsum zu stützen, bauten sie sie auf einer mikroökonomischen Grundlage auf, also mit einem Verständnis dafür, wie Haushalte und Firmen die Wirtschaft beeinflussen. Seit Einführung der neuen Modelle hätten sie sich als „äußerst hilfreich bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Abschwünge erwiesen“, so die Jury.

Zentraler Bestandteil der Modelle von Hall und Woodford sei, dass Haushalte und Unternehmen vorausschauend handelten, wenn sie Entscheidungen etwa über Ersparnisse träfen, so die Jury. Wenn Regierungen und Zentralbanken ihre Pläne kommunizierten, könnten sie die Aussichten beeinflussen und die Wirtschaft in die richtige Richtung lenken. Zentralbanken machen das etwa, indem sie Finanzmärkten Hinweise zu ihrem künftigen Zinskurs geben.

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