Spritpreise könnten wieder steigen

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Laut EU-Vorgaben müssen herkömmlichen Treibstoffen immer mehr biogene Mengen beigemischt werden. Doch da droht Österreich eine Mangellage und Preisauftrieb, warnt nun die Mineralölindustrie. 

In der am Montag veröffentlichten Inflationsstatistik für 2025 ist Sprit ein erfreulicher Ausreißer nach unten: um mehr als drei Prozent wurden im letzten Jahr Diesel und Benzin im Vergleich zu 2024 günstiger.

Doch schon droht beim Tanken ein neuer Inflationstreiber, warnt nun Hedwig Doloszevski, Geschäftsführerin des eben neu umbenannten Fachverbands der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie (FVEK) in der Wirtschaftskammer (früher Fachverband der Mineralölindustrie).

Hintergrund sind Folgen der EU-Erneuerbaren Richtlinie RED III. Dieser zufolge müssen Mineralölhersteller und -handel die CO2-Emissionen ihrer Produkte nämlich jährlich ansteigend reduzieren. 2026 erreicht die Minderungsvorgabe je Liter bereits minus acht Prozent (im Vergleich zu einem rein fossilen Produkt), ab 2027 sind es minus neun, 2030 dann minus 13 Prozent. Erreicht wird die Reduktion hauptsächlich durch eine Beimischung von biogenen Treibstoffen – und da dürfte bald eine eklatanter Mangel herrschen, klagt Doloszevski

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Hedwig Doloszeski, Geschäftsführerin des eben neu umbenannten Fachverbands der Energierohstoff- und Kraftstoffindustrie (FVEK) in der Wirtschaftskammer (früher Fachverband der Mineralölindustrie): „Es herrscht dringender Regelungsbedarf, denn wenn jetzt jeder Staat in Europa seine eigene Treibstoffmischung entwickelt, wird das unheimlich aufwändig und teuer“.

Begehrte biogene Beimischung: effektiv - aber teuer

Es geht vor allem um sogenanntes Hydriertes Pflanzenöl (HVO), einen wasserstoffbehandelten, klimaneutralen Dieselkraftstoff aus pflanzlichen Ölen, tierischen Fetten oder Altöl. Es soll die Reduktionsmengen ergänzen, die durch die technisch begrenzte Beimischung von Ethanol (E7, Benzin) oder Biosprit (B7, Diesel) nicht mehr erreicht werden können. Der Rohstoff wird aber derzeit von allen europäischen Ländern aufgekauft, in denen es noch strengere Verpflichtungen gibt, etwa Deutschland. Doloszevski: „Es herrscht dringender Regelungsbedarf, denn wenn jetzt jeder Staat in Europa seine eigene Treibstoffmischung entwickelt, wird das unheimlich aufwändig und teuer“.

Dazu kommt, dass sich die zweite Möglichkeit, die die EU zur Reduktionsumsetzung vorgesehen hat, nicht so entwickelt, wie erhofft. So können Mineralölhändler die CO2-Einsparungen von Elektroautos auf eigens dafür ins Leben gerufenen Handelsplattformen als CO2-Reduktionszertifikate erwerben und sich anrechnen lassen. Allerdings geht der Hochlauf der Emobility europaweit langsamer als gedacht. Die Menge an Elektroautos und Zertfikaten reicht nicht aus, was auch hier die Preise in die Höhe treibt.

Wie E-Autofahrer davon profitieren

Des Einen Leid ist freilich des Anderen Freude: Besitzer von Elektroautos – auch private – profitieren von dem erwarteten Höhenflug der Zertifikatpreise. Sie können damit rechnen, ihre individuelle Treibhausgasminderung nach einem Einbruch der Zertifikatpreise im Jahr 2024 heuer wieder teuer verkaufen zu können. Da Österreich einen hohen Anteil an Grünstrom hat, die Emissionen eines Elektroautos im Betrieb also sehr niedrig sind, lassen sich pro Fahrzeug ein paar hundert Euro an Erlös gewinnen, werben einschlägige Zertifikatehändler bereits dafür.  

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