
Ein Blick hinter die rote Tapetentür in der Hofburg: wie Alexander Van der Bellen schon jetzt daran arbeitet, Herbert Kickl als Kanzler zu verhindern. Und wie der Bundespräsident für eine Annäherung der Großkoalitionäre von gestern lobbyiert.
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Kommt doch noch der Superwahlsonntag am 9. Juni? Oder bleibt es beim regulären Nationalratswahltermin im Herbst? Drei Wochen hat Türkis-Grün noch, um diese Weichen zu stellen. Mit Anfang März ist aufgrund des Fristenlaufs der Zug für einen gemeinsamen Wahlgang für das Parlament in Brüssel und Wien endgültig abgefahren.
In Regierungskreisen bieten Spitzenrepräsentanten des Kabinetts Nehammer-Kogler schon jetzt Wetten an: Mit ihnen wird nicht nur noch für ein paar Monate, sondern für gut ein Jahr zu rechnen sein. „Wir werden auch im Jänner 2025 dort sitzen, wo wir jetzt zu finden sind“, sagt ein Insider im Regierungsviertel: „Die Regierungsbildung wird diesmal sehr lange dauern.“ Eine Sichtweise, die vis-à-vis der Regierungszentrale am Ballhausplatz in der Hofburg geteilt wird. Das Team um Bundespräsident Alexander Van der Bellen stellt sich auf einen heißen Herbst ein.
Im ersten Halbjahr 2024 hat die Präsidentschaftskanzlei noch einige Auslands-Reisen geplant. Für die zweite Jahreshälfte wird der Hofburg-Kalender von Auslandsaufenthalten freigehalten. Das Staatsoberhaupt, im Regierungsviertel-Jargon gerne VdB gerufen, hat es in seinen bislang sieben Amtsjahren schon auf einen Angelobungsrekord nach Regierungskrisen, Kanzler- und Ministerwechseln gebracht.
Spätestens im Herbst wartet auf den eben 80 Jahre gewordenen seine bislang größte politische Herausforderung in der Hofburg. Auch in der Präsidentschaftskanzlei geht man davon aus, dass die FPÖ 2024 erstmals bei bundesweiten Wahlen als Nummer eins durchs Ziel gehen und Anspruch auf den Posten des Regierungschefs stellen wird.
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