
Die Europäische Zentralbank macht mit dem DIGITALEN EURO Ernst. Im Oktober soll der offizielle Startschuss erfolgen. Was er dem Bürger bringt und wie viel das Projekt kostet. Ob er Banken schadet, ist aber noch ungewiss.
Es war nicht gerade eine Sternstunde von Christine Lagarde, als sie dieses Frühjahr einem Fake-Wolodymyr-Selenskyj aufsaß. Freimütig plauderte die EZB-Präsidentin mit dem falschen ukrainischen Präsidenten am Telefon über ihre Pläne, darunter auch über den digitalen Euro. Dabei gab sie zu, dass der E-Euro der Zentralbank – mehr oder weniger – Kontrolle über die Zahlungsflüsse der Bürger ermöglichen werde. Die Aufnahme des Gesprächs ging viral und sorgte für Riesenwirbel.
Mit dem digitalen Euro will die EZB die Zahlungsgewohnheiten der Bürger überwachen und nach Belieben steuern, lautete die Befürchtung vieler. Auch die Bargeld-Fans wurden dadurch auf den Plan gerufen, hegten sie doch die Befürchtung, dass der virtuelle Euro das Cash letztlich nicht bloß ergänzen, sondern à la longue ganz ersetzen könnte. In Österreich, wo die Affinität zum Bargeld europaweit am größten ist (siehe Grafik), führte das ja letztlich sogar dazu, dass Bundeskanzler Karl Nehmammer, das Bargeld in der Verfassung verankern will.
Seit knapp zwei Jahren arbeitet die EZB nun bereits an dem Projekt "digitaler Euro". Kurz vor dem Sommer hat die Europäische Kommission einen Gesetzesvorschlag dazu präsentiert, im Oktober soll der endgültige Startschuss für die europäische Digital-Währung erfolgen. Bislang ist es der EZB allerdings nicht gelungen, zu erklären, wieso EU-Bürger diese neue Währung überhaupt brauchen.
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