Wiener Börse startet erneut tiefer - ATX minus 0,23 Prozent

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Wiener Börse gibt erneut nach
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Die Wiener Börse hat am Freitag den Handel erneut im Minus aufgenommen. Rund eine Stunde nach Sitzungsbeginn notierte der ATX mit minus 0,44 Prozent bei 5.612,20 Punkten. Der ATX Prime gab um 0,48 Prozent auf 2.788,04 Zähler nach. Auch an den europäischen Leitbörsen ging es mit den Aktienkursen zunächst abwärts.

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Am Donnerstag ließ die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins bei 2,0 Prozent. Laut EZB-Chefin Christine Lagarde kam die Euro-Stärke auf der Sitzung zur Sprache. Man habe zwar kein Ziel für den Wechselkurs: "Aber wir sind uns bewusst, dass er sowohl für die Wachstums- als auch für die Inflationsaussichten wichtig ist." In den USA richtet sich heute der Blick auf das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan. Es werde erwartet, dass die Stimmung der Verbraucher weiterhin eher gedämpft ausfällt, so die Helaba-Analysten.

Belastet wurde der Leitindex unter anderem von den Andritz-Aktien, die nach vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2025 unter Druck stehen. Der Auftragseingang stieg von 8,3 Mrd. auf 8,9 Mrd. Euro, der Umsatz aber sank um gut 5 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro, wie der steirische Maschinen- und Anlagenbauer mitteilte. Die vergleichbare EBITA-Marge betrug trotz des Umsatzrückgangs im vergangenen Jahr 8,9 Prozent.

Erste Group Research hatte eine Marge von 8,7 Prozent erwartet. Insgesamt sehen die Analysten daher die veröffentlichten vorläufigen Zahlen aufgrund der über den Erwartungen liegenden Rentabilität für das Geschäftsjahr 2025 als leicht positiv an. Die Andritz-Werte gaben dennoch um 9,62 Prozent nach.

Die Erste Group Research berichtet außerdem von Mayr-Melnhof, die eine prognostizierte nicht zahlungswirksame Wertminderung der Vermögenswerte in der Höhe von 65 bis 75 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2025 bekannt gegeben haben. Die Analysten betrachten diese Bekanntgabe "eindeutig als negativ". Der Geschäftsbereich Board & Paper von Mayr-Melnhof steht seit mehreren Quartalen unter Druck, belastet durch anhaltende Überkapazitäten, schwache Preise und wiederkehrende EBIT-Verluste sowohl im Geschäftsjahr 2023 als auch im Geschäftsjahr 2024. Die Mayr-Melnhof-Aktie verlor zum Start 2,43 Prozent.

Ebenfalls gaben die Werte von Austriacard Holdings (2,57 Prozent) und Palfinger (2,33 Prozent) nach. Ebenfalls im roten Bereich fanden sich die Aktien von Bajaj Mobility (minus 2,14 Prozent). Bei der KTM-Mutter wurde am Donnerstag die Einigung auf einen Sozialplan bekannt. Rund 500 Beschäftigte sollen gekündigt werden, die ersten Kündigungen sollen bereits übernächste Woche erfolgen. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen laut der Gewerkschaft GPA neben regulären Beendigungsansprüchen zusätzliche finanzielle Leistungen erhalten.

Bei den schwergewichteten Bankenwerten stiegen RBI um 1,30 Prozent und BAWAG um 0,96 Prozent. Im Spitzenfeld befanden sich auch Agrana (plus 2,18 Prozent) und die Verbund-Werte (plus 1,77 Prozent). Der heimische Stromkonzern hatte am Donnerstag um 2,94 Prozent nachgegeben.

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