SPÖ sieht "strukturelle Hürden" bei Väterkarenz

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Nur wenige Väter gehen in Karenz
 © Themenbild, Apa, HELMUT FOHRINGER
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Die SPÖ hat am Samstag die Erkenntnisse ihrer Umfrage "Familie ist Teamarbeit" veröffentlicht. Das Ergebnis sei klar: "Viele Väter in Österreich wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen - werden jedoch durch strukturelle Hürden daran gehindert", hieß es in einer Aussendung. "Das ist kein individuelles Versagen, sondern ein politisches und gesellschaftliches Problem, das wir angehen müssen", sagte SPÖ-Familiensprecher Bernhard Herzog.

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Österreich sei bei der Väterkarenz EU-Schlusslicht. Während Mütter nach der Geburt durchschnittlich 416 Tage bezahlte Elternkarenz in Anspruch nähmen, seien es bei Vätern nur neun. "Wenn Väter Zeit mit ihren Kindern verbringen und Verantwortung übernehmen, profitieren alle - die Kinder, die Mütter und die Gesellschaft als Ganzes", betonte Herzog.

Für die Umfrage hat die SPÖ 782 Elternteile aus ganz Österreich zu ihren Erfahrungen und Karenz-Hindernissen befragt. "Das zentrale Ergebnis: Viele Väter bereuen, keine Karenz genommen zu haben", hieß es in der Aussendung. Hürden wären etwa finanzielle Einbußen, Angst vor Karriereknicken und negativen Reaktionen des Umfelds.

Gezeigt habe sich auch ein "ein erschreckendes Bild mancher Arbeitgeber". So sei einigen Vätern mit Kündigung gedroht worden, falls sie in Karenz gingen. Andere wurden nach der Karenz beruflich schlechter gestellt. Für Frauen seien diese Probleme allerdings seit Jahren Realität, wie die SPÖ betont.

Ungleiche Karenzzeiten hätten weitreichende Folgen, sagte auch SPÖ-Frauensprecherin Sabine Schatz in einer Aussendung. "Wer den Großteil der Sorgearbeit trägt, hat ein höheres Armutsrisiko im Alter. Deshalb ist eine faire Aufteilung der Karenzzeit auch eine Frage der finanziellen Sicherheit für Frauen." Das Ziel müsse "Halbe-Halbe in allen Lebensbereichen" sein.

Die schwarz-rot-pinke Bundesregierung hat sich im Regierungsprogramm vorgenommen, eine "interministerielle Arbeitsgruppe unter Einbindung von Stakeholdern und Sozialpartnern" einzurichten, die Modelle zur "Stärkung der Partnerschaftlichkeit und der Väterbeteiligung" erarbeiten soll. Bis spätestens Ende 2026 sollen Vorschläge vorliegen.

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