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Signa-Prime-Gläubiger stimmen Treuhand-Sanierungsplan zu

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Gläubigervertreter mussten vor Sitzungsbeginn Schlange stehen
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Die Gläubiger der Signa-Kerngesellschaft Prime haben dem Treuhand-Sanierungsplan zugestimmt. Damit übernimmt ein Treuhänder bei der Signa Prime - er soll alle Vermögenswerte samt prestigeträchtiger Luxusimmobilien über maximal fünf Jahre verkaufen. Ein Konkurs ist damit vorerst abgewendet.

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Lostag für die von Rene Benko gegründete Signa-Gruppe: Am Montagnachmittag stimmten die Gläubiger der Immobiliengesellschaften Signa Prime und Signa Development am Handelsgericht Wien über die vorgelegten Sanierungspläne ab. Bei der Tagsatzung hat die Mehrheit der Gläubigerversammlung der SIGNA Prime Selection AG dem Treuhand-Sanierungsplan zugestimmt. Damit wird die vollständige Verwertung der Vermögenswerte an eine Treuhänderin übergeben.

„In den letzten drei Monaten konnte ich SIGNA als eine internationale, höchst professionelle Immobilienunternehmung mit sehr kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kennenlernen. Etwas Vergleichbares gibt es in Österreich nicht. Heute ist die Situation klar, die SIGNA Prime Selection AG hat ihr Vermögen an eine Treuhänderin übertragen und wird mit dieser versuchen, für die Gläubiger die bestmögliche Befriedigung zu erreichen. Auch werden die Organe der Gesellschaft, Management und Aufsichtsrat neu bestellt. Besonderer Dank gilt natürlich dem gesamten Team, ohne das wir das nicht erreichen hätten können“, so Erhard F. Grossnigg, Sprecher des Vorstandes der SIGNA Prime Selection AG.

Am 10. April 2024 wird eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden, die über die Besetzung des Aufsichtsrates entscheiden wird.

Der Sanierungsplan muss vom Handelsgericht Wien noch bestätigt werden. Dafür ist eine Frist bis 30. Juni 2024 vorgesehen.

Ziel: 30-Prozent-Quote für Gläubiger

Mit Beschluss des Handelsgerichtes Wien vom 28.12.2023 wurde über das Vermögen der SIGNA Prime Selection AG das Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet und die ABEL Rechtsanwälte GmbH zur Sanierungsverwalterin bestellt (AZ 6 S 206/23w).

Die Signa-Pleitenserie ist die mit Abstand größte Insolvenz der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Gegenüber der insolventen Luxus-Immobiliengesellschaft Signa Prime haben Gläubiger Forderungen in Rekordhöhe von rund 10,8 Mrd. Euro angemeldet, vom Masseverwalter anerkannt wurden davon laut jüngsten Sanierungsbericht bisher nur knapp 3,1 Mrd. Euro. Gegen die Signa Development sind 2,3 Mrd. Euro an Forderungen angemeldet, wovon bisher 1,3 Mrd. Euro anerkannt sind. Zum Portfolio der Signa Prime gehören beispielsweise das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe, das Selfridges in London und der auf 100 von 245 Meter Bauhöhe derzeit gestoppte Elbtower in Hamburg und viele weitere Immobilien, etwa das Goldene Quartier und das Hotel Park Hyatt in Wien sowie das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck. Signa Development entwickelt Immobilienprojekte außerhalb der Bestlagen in Österreich und Deutschland sowie in Südtirol.

Laut den Sanierungsplanvorschlägen von Signa Prime und Signa Development sollen die Gläubiger mindestens 30 Prozent ihrer anerkannten Forderungen binnen zwei Jahren erhalten und das gesamte verwertbare Vermögen soll zur Verwertung beziehungsweise der Befriedigung der Gläubiger an einen Treuhänder übergeben werden. Die angebotenen Treuhandsanierungspläne führen aus Sicht der Insolvenzverwalter zu einer deutlich höheren Quotenerwartung als im Vergleich zum Zerschlagungsszenario und daher empfehlen sie den Gläubigern die Annahme der Treuhandsanierungspläne.

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