Post AG beendete 2025 schaumgebremst - Stabiler Ausblick

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Die Post will ihr Angebot bei der Bank99 deutlich ausbauen
 © THEMENBILD, HELMUT FOHRINGER, APA
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Die Österreichische Post hat 2025 etwas weniger verdient und umgesetzt, aber einen deutlich höheren Free Cash Flow erzielt. Die Bank99 bilanzierte 2025 erstmals positiv. Für 2026 wird ein leichter Umsatzanstieg bei einer weitgehend stabilen Ergebnisentwicklung in der Größenordnung der vergangenen Jahre angepeilt. Der Dividendenvorschlag für 2025 bleibt mit 1,83 Euro je Aktie auf Vorjahresniveau. In drei Wochen startet die Post AG mit Yellow ihr erstes Mobilfunkangebot.

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"Hier wird es einige Überraschungen geben", wird bereits die Werbetrommel für den neuen Anbieter gerührt. Yellow werde zwar nicht der billigste, aber ein qualitativ hochwertiger Mobilfunkdienst mit günstigen Angeboten sein, so Post-Generaldirektor Walter Oblin am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. Das Netz kommt von der ebenfalls teilstaatlichen und historisch eng verwobenen A1 Telekom Austria, womit die Post "zu ihren Wurzeln zurückkehrt", erklärte Oblin. Auf die Kunden wartet übrigens nicht nur ein neues Mobilfunkangebot, sondern auch ein neues Outfit der Filialbediensteten. Das schmutzempfindliche Weiß weicht einer stärkeren Betonung auf Schwarz.

Über erstmals schwarze Zahlen nach fünf Jahren am Markt durfte sich heute Oblin bei der Bank99 freuen. Die Bilanzsumme erreichte im Vorjahr 4,2 Mrd. Euro. Für heuer ist ein weiterer Ausbau der Vertriebskanäle und eine Ausweitung der Wertpapierangebote geplant. Im zweiten Halbjahr soll ein Produktangebot für KMU aufgebaut werden. Rund 300.000 Kunden würde das Bankinstitut inzwischen verzeichnen.

Insgesamt lief es für die Post AG im Jahr 2025 schaumgebremst. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 196,9 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verzeichnete einen Rückgang von 2,2 Prozent auf 413,3 Mio. Euro. Der Umsatz reduzierte sich um 2,6 Prozent auf 3,04 Mrd. Euro. Das Ergebnis je Aktie (EPS) sank von 2,04 auf 1,96 Euro. Allerdings gab es ein deutliches Plus beim operativen Free Cashflow von 10,3 Prozent auf 280,1 Mio. Euro. Das Eigenkapital lag mit Jahresende 2025 bei 767,6 Mio. Euro, ein leichter Anstieg von 0,8 Prozent.

"Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und der positiven Sondereffekte im Vorjahr zeigte die Österreichische Post im Geschäftsjahr 2025 eine solide operative Entwicklung. In Österreich haben wir unser Paketwachstum auch 2025 fortgesetzt und wir konnten unsere führende Marktposition erfolgreich behaupten", so Post-Chef Walter Oblin vor Journalistinnen und Journalisten.

In der Division Brief & Werbepost ging der Umsatz im Vergleich zu 2024 um 6,8 Prozent zurück. Bei Paket & Logistik stiegen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr auf vergleichbarer Basis um 1,2 Prozent. Das Paketgeschäft in der Türkei bleibt durch die hohe Inflation und die Wechselkursentwicklung der türkischen Lira geprägt. Der Bereich Filiale & Bank zeigte einen Umsatzrückgang von 8,8 Prozent. Die Filialdienstleistungen seien durch die Beendigung der Telekom-Vertriebskooperation beeinflusst gewesen, hieß es dazu.

2025 sei im Zeichen des weiteren Ausbaus gestanden, immerhin sei die Zahl der Poststellen in den vergangenen zwei Jahren nahezu verdoppelt worden. Eine Milliarde Euro sei im Vorjahr in Österreich investiert worden. Gleichzeitig sei seit dem Jahr 2008 60 Prozent des Briefvolumens verschwunden. Dies weckt Begehrlichkeiten bei Oblin: "Der heimische Briefmarkt ist am Kipppunkt", meinte er. Eine Reform des Postmarktgesetzes daher dringend notwendig. Man sei hier in guten Gesprächen mit der Regierung, Oblin hofft auf eine Reform noch in diesem Jahr.

Im Paketgeschäft habe es im Vorjahr mit einem Wachstum von drei Prozent einen Anstieg auf hohem Niveau gegeben. Zu Weihnachten sei das Plus gar bei sechs Prozent gelegen. 321 Millionen Pakete wurden für Privatkunden im Vorjahr abgewickelt, dazu kamen 95 Mio. Packerl für Geschäftskunden. Damit hielt die Post einen Gesamt-Marktanteil von 56 Prozent. DPD kam auf 16, Amazon auf 13 und GLS auf 9 Prozent. Als namhafte Kunden konnten Ringana und Shopapotheke gewonnen werden. Wichtigster Auslandsmarkt blieb die Türkei.

Die Post sei auch 2025 ein sicherer und zuverlässiger Arbeitgeber für rund 20.000 Menschen in Österreich gewesen, es würden laufend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Filialen, Logistik und Zustellung gesucht. "Wir sind die einzigen mit einem fairen Tarifmodell", betonte Oblin und verwies darauf, dass der Mitbewerb auf Frächter setzen würden, die oft aus Ein-Personen-Unternehmen bestünden.

Der Post-Generaldirektor ging auch auf die Kritik an den Umbauten am Postsportplatz in Wien Hernals ein. Vorwürfe, dass hier Sportflächen zu Gunsten von Wohnanlagen reduziert würden, seien schlicht falsch. Vielmehr würden die Sportanlagen erneuert und nicht verkleinert, die geplante Wohnhausanlage würde auf ohnehin schon versiegeltem Grund entstehen.

Die Post AG, sie gehört zu 52,9 Prozent dem Staat, feiert heuer ihr 20-jähriges Börsenjubiläum. "Wären wir nicht an der Börse, wären wir ein Zuschussbetrieb", stellte dazu Oblin klar. Gestartet wurde am 30. Mai 2006 mit einem Ausgabekurs von 19 Euro, am heutigen Donnerstag lag er bei rund 33 Euro je Aktie.

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