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Insider: Nur geringe Kartellstrafe der EU gegen Google erwartet

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Erwartete Strafe deutlich unter früheren Sanktionen
 © APA/APA/GETTY IMAGES/DREW ANGERER
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Der Google-Mutterkonzern Alphabet muss in den kommenden Wochen mit einer Kartellstrafe der EU wegen umstrittener Platzierung von Werbung auf den Seiten der Suchmaschine rechnen. Die Strafe dürfte jedoch vergleichsweise gering ausfallen, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Mit einer moderaten Strafe würde die EU-Kommission einen Kurswechsel einleiten.

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Im Kern wirft die EU Alphabet vor, seine marktbeherrschende Stellung bei der Online-Werbung zu missbrauchen. Die neue Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera wolle sich darauf konzentrieren, wettbewerbswidrige Praktiken von Unternehmen zu unterbinden, anstatt hohe Strafen wie ihre Vorgängerin Margrethe Vestager zu verhängen, hieß es. Die EU-Wettbewerbsbehörde lehnte eine Stellungnahme zu diesen Darstellungen zunächst ab.

Seit vier Jahren untersucht die EU-Kommission das Verhalten des US-Konzerns. Auslöser war eine Beschwerde des Verlegerverbandes European Publishers Council. Diese führte 2023 zu dem Vorwurf, Google bevorzuge seine eigenen Werbedienste gegenüber denen von Konkurrenten. Google wies die Vorwürfe mit dem Argument zurück, die EU-Kommission habe die technische Funktionsweise der Werbung nicht verstanden.

Ribera werde keine Anordnung zum Verkauf von Teilen des Werbegeschäfts erteilen, verlautete aus den Kreisen weiter. Ihre Vorgängerin Vestager hatte noch eine Veräußerung des Anzeigen-Werkzeugs DoubleClick for Publishers und der Anzeigenbörse AdX ins Spiel gebracht.

Die erwartete Strafe dürfte deutlich unter früheren Sanktionen liegen. 2018 hatte die EU-Wettbewerbsbehörde eine Rekordstrafe von 4,3 Milliarden Euro gegen Google verhängt, weil der Konzern sein mobiles Betriebssystem Android zum Nachteil von Konkurrenten einsetzte. 2017 wurde eine Strafe von 2,42 Milliarden Euro fällig und 2019 eine weitere von 1,49 Milliarden Euro. Googles Werbeeinnahmen, die den Großteil des Geschäfts ausmachen, beliefen sich 2024 auf 264,6 Milliarden Dollar. Dies entsprach 75,6 Prozent des Gesamtumsatzes. Der Konzern ist die weltweit dominierende Plattform für digitale Werbung.

In den Streit hat sich auch die US-Regierung eingemischt. Präsident Donald Trump drohte mit Strafzöllen, sollten europäische Staaten Regulierungen zum Nachteil der US-Techkonzerne einführen oder diese besteuern wollen. Diese Drohungen wiesen Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Freitag gemeinsam zurück.

NEW YORK - USA: FOTO: APA/APA/GETTY IMAGES/DREW ANGERER

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