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"Die deutsche Wirtschaft ringt nicht mehr nur mit Kopfschmerzen - sie hat Fieber bekommen", sagte Studienautor und Falkensteg-Partner Jonas Eckhardt. Seit dem Tiefpunkt nach der Corona-Pandemie 2021 habe sich die Zahl der Großinsolvenzen nahezu verdreifacht.
Auch für das kommende Jahr erwarten die Experten keine Trendwende. Falkensteg rechnet für 2026 mit einem weiteren Anstieg der Großinsolvenzen um zehn bis 20 Prozent auf rund 530 Fälle. Vor allem die verarbeitende Industrie dürfte unter Druck bleiben. "Die deutsche Wirtschaft wird 2026 nur schleppend auf die Beine kommen, weil sich mehrere strukturelle Bremsen wie schleichender Wettbewerbsverlust, Fachkräftemangel, überbordende Bürokratie und stockende Investitionen überlagern", hieß es. Besonders betroffen sei die verarbeitende Industrie, wo Überkapazitäten und sinkende Margen das Geschäftsmodell angriffen und eine Transformation erschwerten. Der für Februar erwartete neue Fünfjahresplan Chinas, der auf technologische Eigenständigkeit zielt, dürfte den Wettbewerbsdruck auf deutsche Schlüsselbranchen wie den Maschinenbau und die Automobilindustrie weiter erhöhen.
Als Ursachen für die verstärkten Insolvenzen nennt die Studie eine Mischung aus Strukturkrisen im Auto- und Maschinenbausektor, anhaltender Konsumzurückhaltung und geopolitischer Unsicherheit. "Für viele Mittelständler ist das keine Konjunkturdelle mehr, sondern eine Überlebensfrage", warnte Eckhardt. "Der zyklische Abschwung entwickelt sich zum strukturellen Kollaps." Impulse aus staatlichen Infrastrukturprogrammen seien bisher kaum spürbar.
Besonders betroffen waren 2025 demnach Hersteller von Metallwaren, die mit 65 Fällen erstmals die Automobilzulieferer an der Spitze des Negativrankings ablösten. Dies entspricht einem Anstieg von mehr als 35 Prozent. Die Zahl der Insolvenzen bei den Autozulieferern verharrte mit 59 Fällen auf hohem Niveau. Den stärksten Zuwachs verzeichneten laut Studie Elektrotechnikfirmen mit einem Plus von fast 77 Prozent auf 53 Fälle. Ein uneinheitliches Bild zeigte sich im Konsumsektor: Während die Pleiten im Einzelhandel um rund zehn Prozent zurückgingen, nahmen sie bei Herstellern von Nahrungs- und Konsumgütern um etwa 30 Prozent zu.
BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa-Zentralbild