Gödl mit 100 Prozent zum neuen Klubobmann der ÖVP

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Neuer und alter Klubchef flankieren den Kanzler
 © Roland Schlager, Apa
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Der Wechsel an der Klubspitze der ÖVP ist reibungslos verlaufen. Bei einer Versammlung der Fraktion wurde der steirische Langzeit-Abgeordnete Ernst Gödl Dienstag Vormittag einstimmig zum neuen Klubobmann gewählt. Ein entsprechendes Votum hatte sich schon in der Früh abgezeichnet, als er beim gemeinsamen Eintreffen mit Vorgänger August Wöginger mit lange anhaltendem Beifall begrüßt wurde. Die beiden flankierten als Zeichen der Einheit Parteichef Christian Stocker.

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Wöginger hatte am Montag nach seiner erstinstanzlichen Verurteilung in einem Amtsmissbrauch-Prozess seinen Rücktritt erklärt. Sein Mandat behält er aber und - wie die APA am Dienstag erfuhr - er bleibt auch Obmann des parteiintern mächtigen Arbeitnehmer-Bundes ÖAAB. Dem Vernehmen nach plant er auch, im Herbst neuerlich für diese Funktion zu kandidieren.

Für Parteichef Stocker wäre dies kein Problem, wie er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gödl nach der Klubsitzung betonte: "Gust Wöginger wird immer im Herzen der Volkspartei bleiben." Das meine er nicht nur emotional, sondern auch politisch. So sei er froh, dass Wöginger weiter als Sozialsprecher zur Verfügung stehe. Für ihn ändert auch das Gerichtsurteil nichts daran, dass er den vormaligen Klubobmann als einen der integersten Politiker überhaupt kennengelernt habe.

Auch Gödl streute seinem Vorgänger Blumen: "Gust Wöginger ist eine Ausnahme-Persönlichkeit." In dessen Fußstapfen zu treten, habe ihm großen Respekt abverlangt. Er sei aber zuversichtlich, die Aufgabe gut lösen zu können. Angeboten worden sei ihm die Funktion gestern Abend von Stocker, als er gerade beim Reifenwechseln war. Nach 20 Minuten Bedenkzeit habe er zugesagt.

Als seine drei Grundprinzipien nannte der neue Klubobmann: "Haltung, Haftung und Hingabe." Sein Ziel sei es, den Klub mit ruhiger Hand weiter zu führen. Er wolle dazu beitragen, "ein Stabilitätsanker" in unruhigen Zeiten zu sein: "Ich stehe nicht für große Sprüche, ich stehe für eine Handschlagsqualität."

Stocker begründete seine Wahl damit, dass Gödl Erfahrung, Verhandlungsgeschick und politisches Gespür vereine. Er kenne die Politik seit Jugend an aus unterschiedlichen Perspektiven und sei auch mit Leib und Seele überzeugter Parlamentarier. Klargestellt wurde vom Parteiobmann, dass Gödl auch dann im Amt bleiben werde, sollte Wöginger in zweiter Instanz freigesprochen werden. Er sei bis zum Ende der Legislaturperiode gewählt.

Schon vor der Sitzung der Fraktion hatte sich abgezeichnet, dass Gödl über breite Unterstützung verfügt. Der langjährige Abgeordnete Johannes Schmuckenschlager war nicht erstaunt ob der Wahl, sei Gödl doch ein sehr geschätzter Kollege und ein "solider Abgeordneter". Der Fraktionschef der ÖVP in diversen U-Ausschüssen Andreas Hanger war ebenfalls "nicht wirklich überrascht". Es handle sich um eine sehr gute Lösung. Andreas Ottenschläger, der eigentlich als erster Anwärter gegolten hatte, gab sich ungerührt. Der Favorit sei mit 100 Prozent bestätigt worden - und das sei gut so.

Von den Koalitionspartnern kamen rasch Glückwünsche. SPÖ-Klubchef Philip Kucher freute sich bereits auf die Zusammenarbeit. Für jene mit Wöginger bedankte er sich in einer Aussendung ausdrücklich. Sei sei "stets vertrauensvoll und von Verlässlichkeit geprägt" gewesen. Von NEOS-Klubobmann Yannick Shetty gab es Vorschusslorbeeren für Gödl. Er habe keinen Zweifel daran, dass die Zusammenarbeit genauso verlässlich und vertraulich gelinge, wie sie stets auf Ebene der Klubobleute stattgefunden habe.

Gödl hatte davor in seiner Pressekonferenz gemeint, zu allen Parteien eine gute Gesprächsbasis zu besitzen. Explizit zu den Freiheitlichen gefragt meinte er dann, man habe eine andere Linie und zeige die auch. Die FPÖ sei kaum an echten Lösungen interessiert, sondern bäume sich nur an Problemen auf.

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