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Da sich Schocks jedoch zeitlich verzögert und nichtlinear übertragen könnten, sei es zwingend erforderlich, dass die Banken und die Aufsichtsbehörden weiterhin vorausschauend handelten. Es gelte, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, wenn man feststelle, dass sich Risiken aufbauten.
Die Chefin der EZB-Bankenaufsicht, Claudia Buch, betonte, im aktuellen Umfeld sei Resilienz besonders wichtig. Denn die politische, wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit sei hoch: "Da sich diese Unsicherheit jedoch nicht hinreichend in den marktbasierten Indikatoren für Finanzstress widerspiegelt, könnte es zu einer abrupten Neubewertung von Risiken kommen", warnte Buch. Derzeit lägen die Kapital- und Liquiditätspuffer der Banken deutlich über den regulatorischen Anforderungen, und die Ertragslage sei solide.
Die mittel- bis längerfristigen Aussichten für die Finanzstabilität seien jedoch unsicherer geworden. Sie verwies unter anderem auf die erhöhten geopolitischen Spannungen, überhöhte Bewertungen in Finanzmarktsegmenten und die Gefahr plötzlicher Veränderungen der Marktstimmung. Vor diesem Hintergrund könnten unerwartete Schocks auftreten und sich rasch ausbreiten. Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht über die großen Banken im Euro-Raum zuständig. In Deutschland werden unter anderem die Deutsche Bank und die Commerzbank von ihr kontrolliert.