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Der Eurozone-Leitindex Euro-Stoxx-50 sank zu Mittag um 0,66 Prozent auf 5.757 Punkte. In Frankfurt fiel der DAX um vergleichsweise dünne 0,08 Prozent auf 23.622 Einheiten. Außerhalb der Eurozone gab der britische Leitindex FTSE 100 um 0,44 Prozent auf 10.308 Punkte nach. Der Schweizer SMI büßte 0,71 Prozent auf 12.866 Zähler ein.
Schwächster Sektor waren die Bankaktien. Sie reagierten damit auf die sich eintrübenden Konjunkturaussichten. "Am Markt wird zusehends das Risiko eingepreist, dass die Hoffnung auf kurzfristige Preisspitzen trügt und sich hohe Ölpreisnotierungen verfestigen, was ernsthafte Flurschäden für die Weltwirtschaft verursachen könnte", so Analyst Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, verwies auf die "hohen Mittelabflüsse im Private-Equity-Sektor", was zu "Liquiditätsengpässen" führe.
Zu den Verlierern gehörten erneut die zinssensiblen Immobilienwerte, die damit auf die gestiegenen Inflationsrisiken durch die hohen Ölpreise reagierten. Unter dem Ölpreisanstieg litten auch die Aktien der Fluggesellschaften. So büßten Air France-KLM 2,4 Prozent ein. Bei der AUA-Mutter Lufthansa gab es einen Abschlag von 2,5 Prozent zu sehen.
Gegenläufige Signale bestimmten unterdessen den Versicherungssektor. Während Generali um 1,6 Prozent zulegten, verloren Swiss Life 3,3 Prozent. Bei den Italienern lobten die Analysten von JPMorgan die Aussagen zur Dividende. Der Dividendenvorschlag der Schweizer wurde dagegen mit Enttäuschung aufgenommen. Zudem begründeten Händler die Verluste mit der hohen Bewertung der Aktie.
Es gab aber auch Gewinner der Entwicklung in der Golf-Region. So waren Rüstungswerte gefragt. Ein überzeugender Ausblick des italienischen Branchenunternehmens Leonardo lieferte einen zusätzlichen Impuls. Die Aktie legte deutlich um sieben Prozent zu.
Ölwerte verzeichnete dagegen nur minimale Gewinne. "Während der Ölsektor zunehmend von kurzfristigen Preisspitzen und wachsendem globalen Angebot geprägt wird, bietet der Defence-Sektor langfristig verlässliche Nachfrage, politische Rückendeckung und robuste Auftragsbestände", merkte Marc Decker, Co-Aktienchef von Quintet, zu den Aussichten der beiden Branchen an.
LA DÉFENSE - FRANKREICH: FOTO: APA/APA/AFP/THOMAS SAMSON