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Unter Druck kamen im frühen Geschäft die Technologiewerte, der Branchenindex Stoxx Europe 600 Technology brach um über drei Prozent ein. Im Euro-Stoxx standen Infineon und Siemens mit jeweils rund 7,7 Prozent Kursabschlag ganz unten, während ASML 5,4 Prozent einbüßten.
"Wir sehen am Aktienmarkt gerade die zweite Welle der KI-Sorgen", kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Es seien keine klassischen Gewinnmitnahmen, sondern echte Sorgen vor einer massiven Korrektur.
Auslöser des weltweiten Ausverkaufs von Halbleiterwerten waren überraschend hohe Inflationsdaten aus den USA am Vortag. Die Furcht vor höheren Zinsen nimmt zu und belastet vorwiegend die stark finanzierungsabhängigen Technologiewerte rund um den Globus.
"In Bezug auf die Katalysatoren stehen mehrere Namen, die am stärksten von KI betroffen sind, bereits seit einigen Tagen unter zunehmendem Druck", schrieben die Marktstrategen der Deutschen Bank. "Zudem begann sich dieser Druck weiter auszubreiten, insbesondere bei Unternehmen, die aufgrund ihres hohen Kapitalbedarfs für Investitionen in Sachanlagen [capex] besonders von Kreditinvestoren unter die Lupe genommen worden waren."
Mit Blick auf weitere Branchen kamen auch einige Rohstoffwerte unter Druck, die unter fallenden Industriemetallpreisen litten. Klare Gewinne gab es vor allem in defensiven Sektoren wie in Lebensmittel-, Basiskonsumgüter- und Telekomwerten.
Letztere wurden auch von Ericsson gestützt, die rund acht Prozent zulegten. Die Aktien des schwedischen Telekomausrüsters reagierten damit auf die jüngsten Quartalszahlen. Die Analysten von Bernstein Research sprachen von deutlich über den Erwartungen liegenden Umsätzen und Gewinnen. Dabei habe sich vor allem das Netzwerk-Geschäft in Japan und Indien positiv ausgewirkt.
Dagegen fielen Nordea-Aktien nach Quartalsergebnissen und Neuigkeiten zum Thema Aktienrückkauf um 5,4 Prozent. Die Zahlen hätten mehr oder minder im Rahmen der Erwartungen gelegen, betonten die Analysten von Jefferies. Auch die Kostenkontrolle bleibe solide. Allerdings hat die Bank im Rahmen des Quartalsberichts angekündigt, wegen der derzeit laufenden Überprüfung der Kapitalbasis durch die Europäische Zentralbank (EZB) zunächst keine weiteren eigenen Aktien zurückzukaufen.