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In Frankfurt verbesserte sich der DAX am Berichtstag um 0,87 Prozent auf 25.260,69 Zähler. In London legte der britische Leitindex FTSE-100 um 0,56 Prozent auf 10.686,89 Einheiten zu.
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten gegen die globalen Zölle der US-Regierung hat den Aktienbörsen kurz vor dem Wochenende Auftrieb verliehen. Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten entschied, dass US-Präsident Donald Trump seine Befugnisse überschritten habe, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Dutzende Handelspartner zu verhängen - darunter auch die Europäische Union.
Marktexperten reagierten aber zurückhaltend auf das Urteil. Eine Analystin halte es für sehr unwahrscheinlich, dass die Zölle nun wegfielen. "Im Gegenteil: Faktisch dürfte sich kaum etwas ändern." Denn Präsident Trump verfüge über eine Vielzahl an Möglichkeiten, den Druck auf die Handelspartner hochzuhalten.
Stärkster Sektor waren die Luxuswerte. Die Aktien von Moncler trieben den Sektor mit einem Kurssprung von 13,4 Prozent an. Analyst Adam Cochrane von der Deutschen Bank sprach von einem starken Schlussquartal des Herstellers hochpreisiger Jacken. Auch der Jahresauftakt sei vielversprechend verlaufen und liefere damit dem Luxussektor positive Impulse. LVMH etwa kletterten um 4,4 Prozent und Christian Dior um 4,7 Prozent.
Unter den ebenfalls gefragten Baustoffwerten gewannen Sika 3,5 Prozent. Das Bauchemieunternehmen hatte nach Ansicht der Analysten von RBC etwas besser als erwartete Zahlen vorgelegt. Auch der Ausblick kam gut an.
Im Chemiesektor zogen Air Liquide um 4,8 Prozent hoch. Der französische Gase-Hersteller hatte das vergangene Jahr trotz stagnierender Einnahmen mit mehr Gewinn abgeschlossen. Konzernchef Francois Jackow will die operative Marge nun noch stärker nach oben treiben, als bisher geplant war.
Nicht ganz so gut war das Echo auf die Zahlen von Danone. Der Lebensmittelkonzern hatte Ende 2025 zwar von einer starken Nachfrage nach proteinreichen Joghurts und Gesundheitsdrinks profitiert. Für Analyst David Hayes vom Investmenthaus Jefferies wurde das überraschend starke organische Umsatzwachstum im Schlussquartal allerdings durch kleinere Enttäuschungen etwa bei der Absatzentwicklung und im China-Geschäft etwas getrübt. Die Rückrufe für Babynahrung sorgten zudem für anhaltende Unsicherheit. Die Aktie schloss mit minus 0,7 Prozent.
FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND