
Hans Mahr war - wie auch Sylvester Stallone - in jedem Lokal auf CAPRI, in dem es halbwegs gutes Essen gibt. Denn auf der Insel, die täglich von bis zu 30.000 Fremden gestürmt wird, gibt es auch so manche Tourifalle.
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„Flach ins Boot legen, damit wir durch die enge Felsspalte durchkommen!“, kommandiert der Mann mit dem Ruder. Und dann, schwuppdiwupp, sind wir drinnen, in der viel beschriebenen „Blauen Grotte“ von Capri. Das Wasser ist tatsächlich blau, auch wenn man darin nicht baden darf, außer, man heißt Heidi Klum. Es wäre wirklich wunderschön hier, wenn nicht plötzlich Gesangskakophonie ertönen würde, die in den Ohren wehtut. Jeder einzelne Bootsführer, und es sind leider viele Boote drin, stimmt entweder „O Sole Mio“ oder „Que Sera, Sera“ an. Am besten die Ohren zuhalten und die Blaue Lagune nur mit den Augen genießen.
Apropos Genießen: Natürlich findet man in Capri viele bekannte und manchmal auch gute Restaurants. Fast alle sind teuer, man bezahlt dafür, wie viel Hollywood-Prominenz schon dort gespeist hat. Zum Beispiel im berühmtesten Lokal, dem „Aurora“an der kleinen Seitenstraße auf dem Capri-Hügel. Sylvester Stallone, Leonardo die Caprio, Beyoncé, sogar Taylor Swift prangen fototechnisch mit der quirligen Eigentümerin an der Wand. Die sind sicher bevorzugt bedient worden, was ich bei meiner Visite nicht behaupten kann.
25 Minuten Wartezeit bis zur Bestellung, und dann wird schnell-schnell alles auf den Tisch geworfen. Ich freue ich mich trotzdem über eine perfekte hauchdünne Pizza als Vorspeise. Das Fisch-Carpacchio mit Pinienkernen und Mohn ist mehr originell als gut, die Linguine mit Vongole und Zucchini kommen eher ungewürzt und fad, die Tranchen vom Beef sind okay, aber mit 48 Euro für sechs Schnittchen vor allem teuer – schließlich war aus Hollywood niemand da, dessen Anwesenheit den Preis hätte rechtfertigen können…
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