Klimawandel als Geschäftsrisiko

Mehr als die Hälfte der großen österreichischen Unternehmen sieht im Klimawandel ein finanzielles Risiko.

Klimawandel als Geschäftsrisiko

Mit einem Anstieg von 36 Prozent im Jahr 2019 auf ganze 54 Prozent im Jahr 2021 ist der Anteil von österreichischen Unternehmen, die den Klimawandel als finanzielles Risiko in ihrer Berichterstattung beleuchten, signifikant in die Höhe gegangen. Das ist ein Ergebnis des „KPMG Survey of Sustainability Reporting 2022“. Bei den umsatzstärksten 250 Unternehmen weltweit liegt dieser Wert sogar bei 64 Prozent. Die Ergebnisse würden zeigen, „dass immer mehr Unternehmen erkennen, wie wichtig ihre Rolle für die Bewältigung der Klimakrise ist“, so KPMG Senior Managerin Katharina Schönauer.

Nachhaltigkeit am Vormarsch

Ebenfalls sukzessive an Bedeutung gewinnen in Österreich die Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen, die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. So ist in diesem Bereich die Berichterstattung von 55 Prozent auf 63 Prozent gewachsen. Und auch die Veröffentlichungen der Reduktion von CO2-Emissionen stieg innerhalb der vergangenen zwei Jahre um neun Prozentpunkte auf 59 Prozent. Damit holt Österreich zwar auf, liegt aber immer noch unter dem internationalen Wert von 71 Prozent.

Mehr als 50 Prozent der österreichischen Top-100-Unternehmen veröffentlichen einen gesonderten Nachhaltigkeitsbericht. Aufgrund des Inkrafttretens der neuen EU-Richtlinie zur CSR-Berichterstattung – der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) – ist davon auszugehen, dass diese Zahl steigen wird. „Nachhaltigkeitsinformationen werden zukünftig im Lagebericht abzubilden sein“, weist KPMG Partner Peter Ertl auf bevorstehende Änderungen hin. Die ersten österreichischen Unternehmen werden diese Pflichten erstmals in ihren Berichten für das Jahr 2023 berücksichtigen müssen.

ESG-Fakten statt „Stories“

Bei der Offenlegung der ESG-Aspekte gibt es auch international gesehen noch Nachholbedarf, denn diese seien nach wie vor „überwiegend erzählerisch geprägt“, anstatt quantitative oder finanzielle Daten zu veröffentlichen. Zudem hat nur ein Drittel der analysierten Unternehmen ein eigenes Mitglied im Führungsteam, das gezielt für Nachhaltigkeit zuständig ist.

Das „KPMG Survey of Sustainability Reporting 2022“ überprüft die Unternehmensberichterstattung der 5.800 größten Unternehmen nach Umsatz in 58 Ländern, einschließlich der 250 größten Unternehmen der Welt, basierend auf dem Fortune 500 Ranking aus 2021.


Immer mehr Unternehmen erkennen, wie wichtig ihre Rolle für die Bewältigung der Klimakrise ist

, sagt KPMG-Expertin Katharina Schönauer


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