ESG: Aufholbedarf bei Chefs

Auch wenn alle davon reden: Oft mangelt es an konkretem Wissen, was Nachhaltigkeit für das Unternehmen konkret bedeutet. Aber es gibt Abhilfe.

ESG: Aufholbedarf bei Chefs

Der Trend ist klar. An den ESG-Themen Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) kommt praktisch kein Unternehmen mehr vorbei. Doch in vielen Chef-Etagen ist der Wissensstand darüber durchaus noch ausbaufähig, so das Ergebnis diverser internationaler Studien und Experteneinschätzungen.

„Warum sind nicht mehr Frauen im Vorstand? Wie gehen Sie sicher, dass im Zuge Ihrer Lieferketten in keinem Land Kinderarbeit vorkommt? Und welche Maßnahmen setzten Sie in ihrem Unternehmen zur Reduktion von CO2-Emissionen?“ – Auf diese und ähnliche Fragen sollten Unternehmenschefs im Jahr 2022 gut vorbereitet sein, denn sie werden kommen. Sowohl von Kapitalgebern und Mitarbeitenden als auch von Journalisten und anderen Stakeholdern.

Expertise im Vorstand gefragt

Was Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder zum Beispiel zum Thema Klima wissen, dieser Frage ist das US-Management-Magazin Harvard Business Review in einer Umfrage unter 301 Führungskräften in 43 Ländern nachgegangen. Drei von vier Befragten gaben an, dass das Thema in ihrem Unternehmen wichtig für ihren strategischen Erfolg ist. 72 Prozent sind davon überzeugt, dass ihr Unternehmen die internen Klimaziele erreicht. Der Haken daran: 43 Prozent dieser Unternehmen hatten zu diesem Zeitpunkt gar keine konkreten Ziele für die Reduktion von CO2-Emissionen definiert.

Tatsächlich wissen manche Vorstandsmitglieder noch immer nicht, wofür die drei Buchstaben „ESG“ eigentlich stehen, fasst das englische Corporate Governance Institute, das auf die Ausbildung von Führungskräften spezialisiert ist, zusammen. Dabei würden diese Parameter künftig nicht nur das Recruiting, sondern auch generell für Geschäftspartnerschaften an Bedeutung gewinnen.

Fixpunkt im Boardmeeting

Doch welche Möglichkeiten gibt es, die vorhandenen Wissenslücken zu schließen?
Wenn das Know-how im aktuellen Board fehlt, bieten sich externe Berater an oder sogar die Neubesetzung mit jemanden mit mehr Expertise im ESG-Bereich. Jedenfalls sollten die Themen Umwelt, Soziales und Governance zu Fixpunkten in den Boardmeetings werden, um die Ziele in diesen Bereichen klar zu definieren und mithilfe regelmäßiger Berichte zu kontrollieren. Auch beim Recruiting könnte es vorteilhaft sein, gleich darauf zu achten, dass neue Mitarbeiter entsprechendes Know-how mitbringen.

Dementsprechend haben auch in Österreich Schulungsanbieter auf die steigende Bedeutung von ESG reagiert. So bietet etwa das Controller Institut ab März 2022 erstmalig eine Masterclass zur Integration von Nachhaltigkeit im CFO-Bereich an. Die Wirtschaftsakademie Wien bietet über die Online-Plattform für Fernstudien, mba-studium.at, eine Ausbildung zum Experten und zur Expertin für Nachhaltigkeitsmanagement an. Und auch die FH des BFI startet in Kooperation mit dem Institut für nachhaltiges Finanzwesen (Inafina) einen Kompaktlehrgang zu Sustainable Finance.

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