Shopimore folgt deutscher Mutter in die Insolvenz

Shopimore folgt deutscher Mutter in die Insolvenz

Der IT-Dienstleister Shopimore schlittert nach der deutschen Mutter in die Insolvenz. Der Cloud-Anbieter für Handelssoftware soll im Zuge einer Sanierung für einen Neustart fit gemacht werden. Potenzielle Investoren hatten dem erst 2015 gegründete Start-up bei der letzten Finanzierungsrunde im Vorjahr einen Rückzug gemacht.

Graz. Shopimore mit Sitz in Hitzendorf bei Graz ist pleite. Mit einer Überschuldung von rund 1,65 Mio. Euro wurde nun Insolvenz angemeldet. Dies teilten die Kreditschützer Betroffen sind laut Kreditschutzverband (KSV1870) mit. Betroffen sind sechs Arbeitnehmer und rund 40 Gläubiger. Über die deutsche Mutter Shopimore AG war erst Ende Februar in Ingolstadt ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Das Unternehmen soll jedoch fortgeführt werden. Ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung soll das Unternehmen auf Kurs bringen. Die Gläubiger sollen eine Quote von 20 Prozent erhalten, zahlbar innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans. Passiva von rund 2,65 Mio. Euro stehen Aktiva von rund einer Mio. Euro gegenüber, woraus sich eine Überschuldung von rund 1,65 Mio. Euro ergibt. Insgesamt 40 Gläubiger haben laut KSV1870 Forderungen gegen das Unternehmen.

Zum Insolvenzverwalter wurde der Deutschlandsberger Rechtsanwalt Peter Handler bestellt.

Shopimore ist ein Anbieter von Software, mit dem der Multichannel-Handel ermöglicht wird. Über eine Cloud-Lösung werden unterschiedliche Bereiche wie Online-Marktplätze, Kundenkarten- bzw. Kundenbindungssysteme oder Online-Shops verknüpft. Die erste Gläubigerversammlung findet am findet am 26.3.2019 am LG Graz statt. Die Anmeldefrist der Forderungen wurde auf 23.4.2019 datiert.

Der IT-Dienstleister wurde erst 2015 gegründet. Das Start-up befand sich erst im Aufbaustadium. Die Anlaufverluste wurden durch Investoren bzw. aus der Gesellschaftersphäre finanziert.

Finanzspritze bleibt aus

Im Jahre 2018 wurde eine weitere Investorenrunde durchgeführt. Eine Kapitalerhöhung bei der deutschen Shopimore AG sollte neues Geld bringen, um Wachstum und Geschäft abzusichern. Die Investorengespräche waren aber Ende 2018 überraschend gescheitert. In der Folge musste die AG selbst die Insolvenz beim Amtsgericht Ingolstadt beantragen.

Laut KSV könne der angestrebte Sanierungsplan nur durch neue Investorenbeiträge finanziert werden. Weiters ist die Abgabe von Rückstehungserklärungen einzelner Gläubiger erforderlich. Mit dem deutschen Insolvenzverwalter müssten Gespräche zum Erwerb der 100 Prozent Geschäftsanteile geführt werden. Die Finanzierung des Betriebes bis zu einer eventuellen Investorenlösung soll aus der Fertigstellung eines bereits in Abarbeitung befindlichen Kundenauftrages erfolgen.

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