Sanochemia in Konkurs - Sanierung wird vorbereitet

Sanochemia in Konkurs - Sanierung wird vorbereitet

Das Wiener Pharmaunternehmen mit Fertigung im Burgenland ist Pleite: Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 49 Millionen Euro. Nach einer Sanierung mit Schuldenerlass soll der Neustart erfolgen.

Wien. Eine Woche nachdem bereits bekannt geworden war, dass das börsenotierten Pharmaunternehmens Sanochemia Zahlungsschwierigkeiten hat, muss das Wiener Unternehmen Insolvenz anmelden. Laut KSV wurden 49 Millionen Euro Verbindlichkeiten angehäuft. Davon seien 12,5 Millionen der Schulden besichert, rund 26,5 Millionen der Schulden seien nicht besichert. Auf der Aktiva der Bilanz stehen nach Angaben von Sanochemia Vermögenswerte in der Höhe von 22 Millionen Euro in den Büchern. Macht unterm Strich eine rechnerische Überschuldung von 27 Millionen Euro.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 163 Mitarbeiter, davon ein Großteil am Produktionsstandort in Neufeld an der Thaya im Burgenland. Außerhalb Österreichs hat Sanochemia Tochterunternehmen in Deutschland, Schweiz, Tschechien, Ungarn, Slowakei, UK und USA, die laut KSV nicht "insolvenzverfangen" sind.

Erst vorige Woche hatte Sanochemia eine "Liquiditätslücke" per ad-hoc-Mitteilung bekanntgegeben. Als Grund wurden Einschränkungen bei der Produktion bestimmter Produkte genannt. Aufgrund dieser Einschränkungen konnte Sanochemia das sogenannte GMP-Zertifikates ("Gute Herstellungspraxis für Arzneimittel") für bestimmte Produkte nicht mehr einer eigenen Qualitätsprüfung unterziehen. Daraus resultierten nach Angaben des Unternehmens Lieferverzögerungen und Lieferausfälle bei Kunden, welche zu Schadenersatzforderungen geführt haben. Auch kam es laut Sanochemia zu erheblichen Mehrkosten durch die Prüfung der Qualität dieser Produkte bei externen Dritten.

Sanochemia strebt einen Neustart an und bietet seinen 282 Gläubigern eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent an. Die Quote soll innerhalb der kommenden zwei Jahre ab Annahme des Sanierungsplanes beglichen werden. Die dafür notwendigen Gelder sollen aus dem Fortbetrieb erwirtschaftet werden. Außerdem strebt das Unternehmen noch eine Kapitalerhöhung an, deren Erlöse ebenso zur Schuldenrückzahlung verwendet werden sollen.

"Ob dieses, lediglich den gesetzlichen Mindesterfordernissen entsprechende Anbot, akzeptabel ist, wird der KSV1870 im Interesse der betroffenen Gläubiger prüfen", teilt der Gläubigerschutzverband KSV1870 mit.



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