Mäzen Porsche weg - Salzburger Kulturforum Odeion pleite

Mäzen Porsche weg - Salzburger Kulturforum Odeion pleite

Kein Mäzen, kein Geld und neue Sponsoren nicht in Sicht. Da verstummt die Musik.

Der Salzburger Kulturbetriebs Odeion hat seinen Betrieb eingestellt, nachdem keine neue Sponsoren aufgestellt wurden. 17 Mitarbeiter und 80 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen. Der Niedergang folgte nachdem ein Porsche-Enkel als Mäzen abgesprungen war.

Salzburg. Wenn Sponsoren und Mäzene abspringen, kein Ersatz gefunden wird, dann wird es in Kulturbetrieben eng. Im schlechtesten Fall bleibt dann nur der Gang zum Konkursrichter, wenn dann wohl noch eine Überschuldung hinzutritt. Passiert ist das nun in der Salzburger Kulturszene: Das Kulturforum Odeion hat am Dienstag am Landesgericht den Insolvenzantrag gestellt.

Schulden von gerundet 530.000 Euro steht ein Vermögen von etwa 280.000 Euro gegenüber. Von der Insolvenz betroffen sind 17 Mitarbeiter, denen bereits die Jänner-Gehälter nicht mehr ausbezahlt werden konnten, informierte Odeion-Geschäftsführer Manfred Bauer in einer Aussendung.

80 Gläubiger haben Forderungen, darunter etliche, die bereits Karten erworben haben. Als Grund für die Pleite gab Bauer an, dass es weder ihm noch den Gesellschaftern gelungen sei, einen Ersatz-Sponsor aufzutreiben.

Der Kulturbetrieb wurde bereits eingestellt. Der Mäzen der Einrichtung, Peter Daniell Porsche (41), ein Enkel des Automobilkonstrukteurs Ferdinand "Ferry" Porsche, hat nach knapp zehn Jahren seine Unterstützung eingestellt. Allerdings kam das Aus des Mäzens nicht wie der Blitz aus heiterem Himmel.

Porsche hatte trotz größtem Involvement schon frühzeitig angekündigt, dass sein finanzielles Engagement auf Zeit ausgelegt ist. Im Jahr 2013 hatte der Porsche-Enkel angekündigt seine finanzielle Unterstützung nach zwei weiteren Jahren auslaufen zu lassen. Seiner Bedingung, weitere Geldgeber an Land zu ziehen, konnten die Gesellschafter aber nicht nachkommen. Porsche zeigte sich auch danach noch großzügig und hatte noch für die Jahre 2016 bis Ende 2017 seine Zahlungen an den Kulturbetrieb überwiesen - zwei Jahre länger als ursprünglich angekündigt.

Das Odeion Kulturforum Salzburg wurde 2008 eröffnet. Ursprünglich diente es als Festsaal der benachbarten Rudolf Steiner Schule. Mit Porsches Unterstützung etablierte es sich nach und nach in Salzburgs Kulturleben.

Das Programm bestand aus Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater, Jazz- und Weltmusik, sowie Chorkonzerten und Workshops. Im Vorjahr zählte es rund 30.000 Besucher.

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