Österreichisches Lateinamerika-Institut meldete Insolvenz an

Nach drei Jahren der Sanierung und Personalabbau geht das Österreichische Lateinamerika-Institut (LAI) in die Insolvenz. Ohne öffentliche Förderungen sei der 1965 gegründete Verein nicht "nicht lebensfähig".

Österreichisches Lateinamerika-Institut meldete Insolvenz an

Wien. Das Österreichische Lateinamerika-Institut (LAI) mit Sitz in Wien ist endgültig pleite. Der 1965 gegründete Verein brachte am Freitag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein, wie er in einer Aussendung mitteilte. Das LAI sei ohne Subventionen "nicht lebensfähig", hieß es darin. "Die sukzessive Kürzung von öffentlichen Subventionen sowie rückgehende Sprachkurseinnahmen sind die wesentlichen Gründe für die Insolvenz", teilt das LAI mit.

Der Insolvenz war ein umfassender Prozess vorangegangen, bei dem jedoch keine Lösung gefunden werden konnte, um das Institut auf eine solide wirtschaftliche Grundlage zu stellen. "Bis zuletzt geführte Verhandlungen um öffentliche Fördergelder sind ergebnislos verlaufen, so das LAI. Bereits Ende 2016 musste ein Sanierungsverfahren eingeleitet werden, da sich die prekäre Situation zugespitzt hatte.

"Durch den Abbau von Personal und einen rigiden Sparkurs konnte der Betrieb noch drei Jahre aufrechterhalten werden. Allerdings hat auch die Nachfrage nach den vom LAI angebotenen Sprachkursen in den letzten Jahren spürbar nachgelassen", erklärte Josef Mayer, Vorstandspräsident via Aussendung. Der Verein vermutete, dass "immer mehr Menschen versuchen, ihre Sprachkompetenzen online zu erwerben oder sich mit Übersetzungs-Apps am Handy durchschlagen".

Von der Insolvenz betroffen sind nach Angaben des LAI insgesamt acht Mitarbeiter des Instituts sowie 19 Vertragslehrer. Die offenen Forderungen würden sich auf 16.000 Euro belaufen. Der Vorstand bemühe sich, dass wichtige Aktivitäten des LAI von befreundeten Institutionen übernommen werden können.

Das LAI ist seit über 50 Jahren der größte Bildungsanbieter für Spanisch- und Portugiesischkurse in Wien sowie Veranstalter von Ausstellungen und Buchpräsentationen im Lateinamerika-Kontext. Durch Veranstaltungen über Politik, Kultur und Wirtschaft ermöglichte es einen intensiven Dialog über die aktuellen Entwicklungen in Lateinamerika.

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