Niki beantragt Insolvenz am Landesgericht Korneuburg

Niki beantragt Insolvenz am Landesgericht Korneuburg

Niki checkt beim Landesgericht Korneuburg ein - mit der Pleite im Gepäck.

KSV: Das Gericht wird den Antrag prüfen und voraussichtlich umgehend das Insolvenzverfahren eröffnen. Damit liegen am Landesgericht bereits zwei Insolvenzänträge vor.

Nun ist es fix: Die Air Berlin-Tochter Niki hat nun offizielle Insolvenz angemeldet. Am Donnerstagvormittag hat Niki Luftfahrt GmbH mit Sitz in 1300 Wien, Flughafen Schwechat, Office Park I/B03, das Konkursverfahren eröffnet. Laut Kreditschutzverband KSV1870 wurde der Antrag in der Form eines sogenannten Sekundärverfahrens beim Landesgericht Korneuburg eingebracht.

Betroffen von der Niki-Pleite sind laut KSV1870 56 inländische Gläubiger mit Forderungen von insgesamt 1,3 Millionen Euro.

Das Gericht prüft diesen Antrag derzeit. Nach Einschätzung des KSV1870 ist mit einer kurzfristigen Entscheidung über die Verfahrenseröffnung zu rechnen. Mit dem Insolvenzantrag von Niki liegt somit der zweite Insolvenzantrag am Landesgericht Korneuburg vor.

Die Fluggastrechte-Dienstleister Fairplane ist bereits im Dezember vorgeprescht und hatte am Landesgericht Korneuburg bereits Insolvenz beantragt. Fairplane will die Rechte der Fluggäste vertreten, die noch im Vorjahr Flugtickets gebucht hatten und nun die bezahlten Tickets zurückerstattet haben wollen.

Das Fluggastportal Fairplane dringt im Zusammenhang mit der Insolvenz der Fluglinie Niki auf die Eröffnung eines Hauptverfahrens in Österreich. Das nun vom vorläufigen Insolvenzverwalter Lucas Flöther beim Landgericht Korneuburg beantragte Sekundär-Insolvenzverfahren sei "teurer und komplizierter" als nötig, sagte Fairplane-Geschäftsführer Andreas Sernetz am Donnerstag in Wien.

Im Interesse aller Beteiligten komme es nun auf schnelle Rechtssicherheit an, damit der Kauf von Niki durch die British-Airways-Mutter IAG wie geplant über die Bühne gehen könne. Sernetz geht davon aus, dass ein österreichischer Masseverwalter kein Interesse daran hätte, den Deal platzen zu lassen. "Kein Masseverwalter wird den Verkauf blockieren."

In Deutschland wurde zuletzt über den Kompetenzstreit noch immer gestritten. Dabei ging es um die Frage der Zuständigkeit des deutschen oder österreichischen Insolvenzgerichts. Ein Entscheid der deutschen Gerichte steht noch aus. Unabhängig von dieser Entscheidung ist das Unternehmen nunmehr offenbar selbst der Auffassung, dass die österreichische Zuständigkeit zumindest für ein Sekundärverfahren gegeben ist. Im Streit um die Zuständigkeit ist jetzt noch der deutsche Bundesgerichtshof am Zug.

Der KSV1870 begrüßt den Schritt des Unternehmens, da nach Eröffnung eines österreichischen Insolvenzverfahrens ein österreichischer Masseverwalter in Kooperation mit dem vorläufigen deutschen Insolvenzverwalter und mit Unterstützung des Gläubigerausschusses gemeinsam an der Herbeiführung einer schadensminimierenden Lösung arbeiten kann.

Niki war ist nach der Insolvenz der Mutter Air Berlin im August 2017 ebenfalls in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert. Nach der beantragten Insolvenz der Air Berlin sollte ein rascher Verkauf von Niki beziehungsweise der vorhandenen ihren Assets (Flugrechte) erfolgen. Dies war jedoch an den Bedenken der EU-Wettbewerbsbehörde gescheitert. Die Lufthansa als Hauptinteressent war im November unter anderem auch deshalb als Kuafinteresent von Niki abgesprungen.

Die British-Airways-Mutter IAG hatte danach ihr Interesse angemeldet, um Niki zu ihrere Billig-Airline Vueling.com einzugliedern. Durch den Kompetenzstreit der Gerichte schien bis zuletzt die Übernahme der Assets von Niki durch IAG doch noch zu platzen. IAG will dennoch am Kaufversprechen festhalten trotz des vor deutschen Gerichten laufenden Rechtsstreits um die Insolvenz-Zuständigkeit.

Der KSV1870 bietet Gläubigern an über die E-Mail-Adresse team.noeb <AT> ksv.at die Forderungen geltend zu machen.

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