Millionenverlust und Insolvenz bei Burger-Lokal TGI Fridays

Millionenverlust und Insolvenz bei Burger-Lokal TGI Fridays

Die Wiener Filiale von TGI Fridays ist insolvent. Ende Jänner 2020 ist Stichtag - vor dem Insolvenzgericht.

Der Wiener Ableger der US-Burger- und Restaurantkette TGI Fridays ist pleite. Der Betreiber strebt trotz Verlusten in Millionenhöhe eine Sanierung an und will neu durchstarten.

Die Freunde von US-Hausmannskost wie schweren Burgern, triefenden Steaks sämtlicher Rötungsvariationen, fritierten Henderlflügel, Pommes Frites, Spareribs und US-amerikanischem Bier sowie Drinks samt Sportübertragungen via Screen kamen im TGI Fridays am Schottenring Ecke Schwarzenbergplatz auf ihre Kosten. Doch damit könnte bald Schluss sein. Nicht mehr auf seine Kosten kommt der Betreiber des US-Fleischlaberl-Spezialisten, der nun den Gang zum Insolvenzrichter antreten musste.

Knapp 20 Jahre nach der Gründung der TGI Fridays-Filiale in Wien muss der derzeitige Betreiber Rosinter Restaurants GmbH Insolvenz anmelden. Der Betreiber des auf drei Etagen erstreckende Lokal, das 240 Sitzplätze und eine großzügige Bar hat, will jedoch weitermachen. Mit einem Sanierungsvorschlag sollen die Gläubiger dazu gebracht werden, auf den Großteil ihrer Forderungen zu verzichten. Der Vorschlag ist eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent der Forderungen, die zahlbar binnen 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes erfolgen soll.

Nach derzeitiger Lage hat TGI Fridays 183 Gläubiger. In der Bilanz 2017 stand bereits ein Bilanzverlust von 5.024.106,26 Euro. Die damalige Rostik Investment Group Inc aus Zypern hatte mit Rangrücktritterklärung auf ein Darlehen von 4.553.542,80 Euro sowie einer Garantieerklärung das negative Eigenkapital abgedeckt.

Auf der Payroll stehen 46 Dienstnehmer. von denen einige das Unternehmen verlassen müssen, werden im Fall der Sanierung auch Kürzungen bei der Belegschaft vorgenommen.

Erste Sanierungsmaßnahmen hat das Burgerlokal bereits eingeleitet. "Die Schuldnerin geht jedenfalls davon aus, dass die Erfüllung des Sanierungsplanes durch die Fortsetzung des bereits in den letzten Monaten eingeschlagenen Sanierungskurses gewährleistet ist", sagt Roman Tahbaz vom Kreditschutzverband KSV 1870. Die Zahlung der Restschuld von 20 Prozent soll demnach aus den Überschüssen des fortlaufenden Geschäftsbetriebes resultieren. Es soll nach Schuldnerangaben bereits "Rückstehungserklärungen auf die angebotene Quote von verbundenen Unternehmen geben, die Forderungen gegen die Schuldnerin haben geben", so der KSV-Insolvenzexperte.

Der Scherz auf Facebook

Den Ernst der Lage dürften die Facebook-Administratoren noch nicht ganz erfasst haben. Sie wollen von einer Insolvenz nichts wissen und scherzten gar darüber mit "Fake". Mitarbeiter waren allerdings nicht so amüsiert. In einem Post hieße es, wenn die Medienberichte nicht stimmten, dann könnte der Restaurantbetreiber doch sofort beginnen, die ausstehenden Löhne zu bezahlen.

Die kommenden Wochen werden jedoch erst zeigen, ob TGI FRIDAYS neu durchstarten kann. Zunächst müssen die Gläubiger ihre Forderungen am Handelsgericht Wien anmelden. Stichtag ist der 8. Jänner 2020. Am 21. Jänner 2020 fällt jedenfalls der Letztentscheid auf der Sanierungsplantagsatzung.

Und bis dahin gilt das Prinzip Hoffnung. Und dass die Kundschaft nicht nur Freitags allein nur mit Gottvertrauen, sondern durstig und hungrig und in großer Zahl in den Wiener Burgertempel pilgert.

Der Name TGI FRIDAYS ist übrigens die Verkürzung für "Thanks Goodness, it's Friday", also "Gott sei Dank, es ist Freitag". Die im Jahr 1965 in den USA gegründete Franchisekette hat in 60 Ländern über 900 TGI FRIDAYS-Lokale.

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