MAG Maschinen und Apparatebau ist pleite

Die MAG - Maschinen und Apparatebau AG mit Sitz in Deutschlandsberg (Steiermark) ist insolvent und mit rund 10,5 Millionen Euro überschuldet. Das Unternehmen soll saniert werden.

Gerald Pascher, CEO der MAG Maschinen- und Apparatebau

Gerald Pascher, CEO der MAG Maschinen- und Apparatebau

Die MAG - Maschinen und Apparatebau AG mit Sitz im steirischen Deutschlandsberg ist pleite, die Eldra Elektrodraht-Erzeugung GmbH schlitterte mit in die Insolvenz. Beide Die Unternehmen haben Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Graz beantragt..

Die Verbindlichkeiten sollen einschließlich der Eventualverbindlichkeiten gut 11,7 Millionen Euro betragen. Die Aktiva zu Buchwerten dürften sich auf rund 10,8 Millionen Euro belaufen, im Vermögensstatus erfolgt jedoch eine Abwertung zu Liquidationswerten auf nur noch 1,19 Millionen Euro. Ein aussagekräftiger Vermögensstatus muss allerdings erst im Insolvenzverfahren erarbeitet werden. Laut KSV1870 betragen die Aktiva rund 854.000 Euro.

Den rund 250 Insolvenzgläubigern wird eine Quote von 20 Prozent zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes geboten. Rund 30 Dienstnehmer sind betroffen. Das Unternehmen fertigt und vertreibt weltweit Lackdrahtmaschinen, handelt mit gebrauchten Lackdrahtmaschinen, produziert Prüfgeräte für Lackdrahtmaschinen sowie Ersatzteile.

Billig-Konkurrenz aus Asien

Die MAG teilte mit, dass ist in den vergangenen Jahren eine verstärkte geografische Marktverschiebung im Elektrogerätebau von Europa und Nordamerika nach Asien passierte. Da Lackdrähte vorwiegend in Elektrogeräten verbaut werden, folge auch diese Produktion dem Trend der Verlagerung nach Asien. Die AG habe mit "Billiganbietern" zu kämpfen, selbst erzeuge man aber hochwertige Produkte. Produktions- und Entwicklungskosten seien in Österreich höher als in Asien. So seien in den vergangenen Jahren massive Umsatzrückgänge zu beklagen gewesen. Im Jahr 2019 brach der Auftragseingang ein, hinzu kamen Projektverluste.

Die Firma wurde 1991 gegründet. Das aktuelle Grundkapital beträgt knapp 3,2 Millionen Euro und ist unterteilt in gleich viele Stückaktien. 94,18 Prozent der Aktien werden von der Sir Francis Heath Privatstiftung und 5,8 Prozent von Mitgliedern der Familie Pascher gehalten. 0,02 Prozent befinden sich in Streubesitz. Beteiligungen hält man an der MAG Anlagenproduktions GmbH (100 Prozent), der XI ́an Eldra Magnet Wire Co., Ltd. China (50 Prozent) und an der Wolmag RK, Russland (34 Prozent).

Nach dem Insolvenzantrag der MAG hat auch die Eldra Elektrodraht-Erzeugung GmbH Insolvenz angemeldet und ebenfalls ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Die Firma verkauft Lackdrahtmaschinen und nimmt diese in Betrieb, wobei einziger Kunde die MAG - Maschinen und Apparatebau Aktiengesellschaft ist. Beide gehören zur selben Unternehmensgruppe.

Das aktive Forderungsmanagment gehört zu den Pflichten eines jeden Unternehmens.

Forderungsmanagement: Zahlungskrisen aktiv vorbeugen

Wenn Kunden ihre Rechnungen schuldig bleiben kann das auch solvente …

Die Sanktionen gegen die russische Sberbank führen zum Aus der Sberbank Europe AG.

Sberbank-Insolvenz und Milliardenschaden abgewendet

Die Insolvenz der in Wien ansässigen Sberbank Europe AG konnte doch noch …

Austrian Business Check: Ein Aufschwung mit Delle

Der Aufschwung hat einen gehörigen Dämpfer bekommen. Der KSV1870 sieht in …

Für immer geschlossen: Jede Vierte Firmenpleite war im Jahr 2021 Corona-bedingt.

Corona-Bilanz: Jede vierte Firmenpleite wegen der Pandemie

„Unbeherrschbare Umstände“, zurückzuführen auf die Corona-Pandemie, haben …