Laune bei Österreichs Unternehmen trotz Covid-Krise positiv

Einer KSV1870-Umfrage zufolge sieht die große Mehrheit der österreichischen Unternehmen das Jahr 2021 unter positiven Vorzeichen. Der Blick zurück auf 2020 fällt nicht ganz so gut aus, aber das positive Fazit ziehen dennoch weit mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen.

Laune bei Österreichs Unternehmen trotz Covid-Krise positiv

Die Einkaufsstraßen sind wieder einmal verwaist - wie hier am Kohlmarkt in Wien. Aber die Stimmung der heimischen Unternehmen ist dennoch nicht so eingetrübt.

Die Stimmung unter Österreichs Unternehmen ist positiver, als dies die aktuelle Lage mit dem bereits dritten Lockdown sowie der Pannenserie der Regierung vermuten ließe. Denn 75 Prozent sehen die Chancen für das Jahr 2021 durchaus unter positiven Vorzeichen. Das hat der Kreditschutzverband 1870 (KSV) in seiner jüngsten Umfrage festgestellt. 600 Unternehmen wurden zum Jahresende 2020 befragt. Zum Ende des 2. Lockdowns im Dezember 2020 wurde die Umfrage durchgeführt.

Fast drei Viertel der Unternehmen starten demnach mit einer positiven Erwartungshaltung ins neue Jahr, wie der KSV1870 Business QuickCheck bei den heimischen Unternehmen abgefragt hat. Etwas mehr als ein Viertel der Befragten (27 Prozent) rechnet jedoch erst mit einer Entspannung der Lage ab dem 3. Quartal 2021. Zusatz: Frühestens! Ebenso viele sehen das Jahr 2021 bereits gelaufen (27 Prozent). Sie erwarten erst ab 2022 mit der wirtschaftlichen Entspannung. Elf Prozent der Unternehmer rechnet erst im Jahr 2025 mit einer Entspannung der Wirtschaft.

Hoffen auf den Turnaround

„Das Glas wird seitens der heimischen Wirtschaft weiterhin als halbvoll betrachtet," sagt Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding. "Diese Herangehensweise müssen sich die Betriebe beibehalten, um 2021 wieder voll durchstarten zu können.“

Die dramatischen Umsatzeinbußen des Vorjahres mache eine klare Zukunftsprognose für heuer schwierig Trotz der Corona-Krise und der Begleitumstände bewerten 60 Prozent der Unternehmen das Jahr 2020 insgesamt positiv, so die KSV1870-Umfrage. Für 40 Prozent der Unternehmen ist das Jahr 2020 deutlich negativer. Für rund ein Drittel der Unternehmen führten die beiden Lockdowns zu wirtschaftlich negativen Konsequenzen. Für ein Viertel fiel der zweite Lockdown weniger dramatisch aus als der erste. Lockdown I und II hatten für 17 Prozent der Unternehmen keine finanziellen Auswirkungen zur Folge. Nur acht Prozent der Unternehmenslenker berichten, dass sich die beiden Lockdowns durchaus positiv auf ihre Finanzen ausgewirkt haben.

Die fünf Top-Themen 2021

Im Zuge der KSV-Umfrage wurden auch die aktuellen Top-Themen und damit verbundenen Sorgen abgefragt:

  1. Wann kommt das Ende der Krise? (52 Prozent), was die größte Sorge der Unternehmen darstellt.
  2. Die Ansteckung mit dem Covid-19-Virus (40 Prozent),
  3. "Wie geht es weiter?" - als die zentrale Frage für die betriebswirtschaftliche sowie volkswirtschaftliche Zukunft (38 Prozent),
  4. Zahlungsverzug der Kunden (32 Prozent),
  5. Erneut Kurzarbeit (25 Prozent).

Konkret sind hingegen die Vorstellungen, wie der Turnaround geschafft werden soll: 78 Prozent der Unternehmer erwarten Steuerentlastungen vor allem bei der Lohnsteuer.

50 Prozent der Befragten befürworten umfassende Maßnahmen zur Reduktion der Arbeitslosigkeit. 39 Prozent der Unternehmen sehen in der Liberalisierung des Arbeitsrechts (u.a. Home Office, Arbeitszeitliberalisierung) großes Potenzial, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. "Den Krisenaktionismus müssen wir hinter uns lassen, stattdessen muss wieder zu einer wettbewerbsorientierten Volkswirtschaft zurückgekehrt werden“, erklärt KSV-Chef Vybiral.

Das aktive Forderungsmanagment gehört zu den Pflichten eines jeden Unternehmens.

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