Klar zum Reset - Jetzt geht's wieder los!

Österreichs Betriebe scheinen besser durch die Coronakrise zu kommen als erwartet. Der KSV 1870 sieht für jene Unternehmen die größten Chancen, die Geschäftsmodelle hinterfragen und in Digitalisierung investieren.

Klar zum Reset - Jetzt geht's wieder los!

Noch herrscht auf dem Insolvenzticker des KSV 1870 Ruhe. Nur rund eine Handvoll meist kleiner Betriebe, die ihre Zahlungsunfähigkeit melden müssen, scheint hier täglich auf. Und so wie es aussieht, dürfte die befürchtete Insolvenzwelle auch nicht in der befürchteten Dramatik kommen. "Der Anstieg der Insolvenzen wird erst im Herbst langsam einsetzen", meint KSV-Chef Ricardo-José Vybiral Auch 2022 und 2023 werde sich der Anstieg der Insolvenzen fortsetzen, erwartet der Experte. Er sieht aber keinen "Insolvenz-Tsunami" auf die heimische Wirtschaft zukommen.

Die Verlängerung der Steuerstundungen und die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Ende Juni sowie die Wirtschaftshilfen dämpfen das Insolvenzrisiko. Doch der KSV-Chef warnt gleichzeitig: "Viele Unternehmen, die diese Stundungen in Anspruch genommen haben, tragen nun einen immer größer werdenden Rucksack mit sich." Und der könnte dann viele nach unten ziehen (siehe auch Interview mit KSV-Chef Vybiral: ""Den Pleiten-Tsunami sehen wir nicht") .

Der Change

Die Kreditschützer haben im Rahmen ihrer Umfragen zum Austrian Business Check des weiteren festgestellt: Es herrscht Veränderungsbedarf unter den heimischen Betrieben. Die Coronakrise hat viele Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt. Unternehmer und Manager müssen nun darauf reagieren. Wie der aktuelle Austrian Business Check zeigt, hat bis jetzt jedoch nur ein Teil der Betriebe die Zeichen der Zeit erkannt und Veränderungen vollzogen. 39 Prozent bestätigen, dass sich ihr Geschäfts- bzw. Vertriebsmodell seit Beginn der Krise verändert hat - bei weiteren 22 Prozent steht eine Anpassung unmittelbar bevor. "Die Unternehmen sehen die Pandemie zwar als Katalysator für Veränderung, doch viele müssen noch einen Zahn zulegen, damit die Bewältigung der Krise am Ende des Tages gelingt. Es genügt nicht, Bestehendes besser zu machen, sondern vieles muss komplett neu gedacht werden", so Vybiral. Rund die Hälfte der Unternehmen spielen mit Gedanken, ihr Geschäftsmodell neu aufzustellen.

Digitale Fitness

Die Coronakrise hat auch die Digitalisierungs-Strategien beschleunigt. Waren vor der Pandemie zwei Drittel der Betriebe ohne digitale Agenda unterwegs, so hat sich das nun schlagartig geändert. Aktuell haben laut KSV 1870 49 Prozent der Betriebe eine solche entweder schon fix verankert oder in Planung. Denn es hat sich gezeigt, dass jene Unternehmen, die bereits vor Corona digital fit waren, die Krise auch leichter überstanden haben. Vybiral: "Um zu erkennen, welchen Mehrwert die Digitalisierung für ein Unternehmen bietet, hat es in Österreich offensichtlich die größte Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg gebraucht. Immerhin ist während der Krise ein entscheidender Schritt in Richtung einer digitalen Zukunft gelungen - spät, aber doch, vor allem im Vertrieb.

Mit Tools für das Tagesgeschäft, das Rechnungswesen oder die Kundenbetreuung rüsten die heimischen Unternehmen nun auf. Auch innerhalb der Betriebe wurde zuletzt aufgrund veränderter Rahmenbedingungen -etwa Reduktion sozialer Kontakte und vermehrten Einsatz von Homeoffice - verstärkt auf die Digitalisierung gesetzt. Hier geht es in erster Linie um Kommunikationstools, die Meetings oder interne Präsentationen besser gestalten können. Aber auch um die digitale Erfassung und Einteilung flexibler Arbeitszeiten.

Investitionen

Die Unternehmen versuchen daher, trotz der herausfordernden Zeiten weiter zu investieren, so gut es gerade geht. Die Wettbewerbsfähigkeit muss erhalten werden. Und das gelingt nur durch Implementierung neuer Geschäftsfelder oder das Aufrüsten der digitalen Technik: die beiden wichtigsten Gründe für Investitionen. Trotz der herausfordernden Zeiten konnten zwei Drittel der Betriebe während der Coronakrise Investments tätigen. Im vergangenen Jahr setzten 38 Prozent ihre Vorhaben sogar zur Gänze um. Rund ein Drittel konnten die geplanten Investments zumindest teilweise realisieren.

Lediglich 14 Prozent mussten sämtliche Vorhaben ad acta legen - hauptsächlich wegen der Krise. Im kommenden Jahr könnte es trotz -oder gerade wegen - der Rahmenbedingungen zu einem Investitionsschub kommen. Mehr als 80 Prozent der Betrieb planen Ausgaben zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Dabei will die Mehrheit auf Eigenkapital oder Cashflow zurückgreifen. Die Zeichen stehen dem Austrian Business Check zufolge jedenfalls wieder auf vorsichtigen Optimismus: Vier von fünf Betrieben sind überzeugt, dass sie das Jahr 2021 gut über die Runden bringen.

Forderungsmanagement

Dennoch ist Vorsicht geboten. Manche Branchen leiden noch immer, und Zahlungen an Lieferanten erfolgen schleppend. Der KSV 1870 hat dafür ein eigenes digitales Forderungsmanagement entwickelt. Denn wenn die Wirtschaft wieder durchstartet, dann müssen sich Betriebe vor allem auf den Vertrieb konzentrieren, um rasch Umsätze generieren zu können.

Mit KSV 1870 SmartServices können Unternehmen alle administrativen Prozesse rund um Rechnungen und die Forderungseintreibung komplett auslagern. Dadurch bleibt mehr Zeit und Energie, das Kerngeschäft wieder auf Erfolgskurs zu bringen.



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