Dunkin‘ Donuts Insolvenz: Sanierungsverfahren eröffnet

Das angeblich himmlische Geschäft mit den süßen Krapfenkringeln, Kaffee und Espresso ist dem Dunkin' Donuts Franchisenehmer nicht bekommen. Er hat Insolvenz angemeldet und will nach der Sanierung weitermachen.

Dunkin‘ Donuts Insolvenz: Sanierungsverfahren eröffnet
Dunkin‘ Donuts Insolvenz: Sanierungsverfahren eröffnet

Die süßen Kringelkrapfen nach US-amerikanischer Rezeptur stoßen Patrick Marchl (i.Bild links bei der Eröffnung 2014 mit Brand-Manager Carlos Vidal) nicht gut auf. Der Franchisenehmer von sechs Dunkin Donuts-Filialen in Wien hat Insolvenz angemeldet.

Amerikanische Kaffeehauskultur scheint in Österreich nicht immer auf fruchtbaren Boden zu fallen. Die US-Schnellkaffeekocher- und Süßkringelkette Dunkin’ Donuts hat gröbere finanzielle Probleme. Der Pächter von sechs Dunkin Donuts-Geschäftslokale Die M&D Restaurant Development GmbH, (Firmenbuchnummer 403141 f), ansässig in der Jochen-Rindt-Straße 31 in 1230 Wien hat nun die bittere Seite des Geschäftslebens erfahren. Der Betreiber und Franchisenehmer von sechs Dunkin' Donuts-Filialen ist laut Angaben des Kreditschutzverbands KSV insolvent.

Die Passiva laut Schuldnerangaben belaufen sich auf rund 4,7 Millionen Euro zu Zerschlagungswerten und die Aktiva auf nur 230.000 Euro. Der Jahresverlust des Dunkin'-Donuts-Franchisenehmers "M&D Restaurant Development" 2015 belief sich auf etwas mehr als eine Million Euro. Alleine im ersten Quartal heuer kam wieder eine Viertelmillion dazu. Als Grund für die Insolvenz wurde die geringen Umsatzerlösen genannt, die unter den Erwartungen blieben. Vor allem die beiden Filialen in Favoriten und Hietzing waren stark defizitär. Mit der Insolvenzanmeldung wurde auch gleich ein Sanierungsplan präsentiert: Binnen der kommenden zwei Jahre sollen 20 Prozent der Schulden abgetragen werden.

Teilhaber der Dunkin’ Donuts-Pächter-Gesellschaft sind Patrick Marchl sowie die Orlando di Castello GmbH (FN 284220x), die zu 100 Prozent zur HAAI Telekommunikations GmbH gehört, deren Eigentümer Drmic Zeljko ist.

Betroffen von der Insolvenz sind zehn fix angestellt Dienstnehmer und 51 als Arbeiter angestellte Mitarbeiter. Neben den Dienstnehmer haben laut KSV noch weitere 114 Gläubigern Forderungen an M&D Development.

Das Sanierungsverfahren wurde am 3. Juni offiziell eröffnet. Den Insolvenzgläubigern wird eine Gesamtquote von 20 Prozent in zwei Jahren angeboten. Weitere Informationen zu der Insolvenz finden Sie auf der Website des KSV1870. Ab sofort können auch Gläubigerforderungen per E-Mail über den KSV1870 angemeldet werden. ins.team.wien <AT> ksv.at .

Große Pläne mit den löchrigen Kringeln

Die gelochten Kalorienbomben wollte Franchisenehmer Marchl einst auch in den Bundesländern unters Volk bringen. Zur Eröffnung seines ersten Dunkin'Donat-Ladens im November 2014 hatte Marchl noch angekündigt, in fünf Jahren - also bis 2019 - 25 Stores in ganz Österreich zu eröffnen, etwa zehn davon in der Bundeshauptstadt. Dazu ist es nicht gekommen. Auch der medial breitgeschlagene Ansturm der Kunden bei der Eröffnung der ersten Filiale auf der Wiener Mariahilferstraße ist angesichts der Pleite wohl endgültig als Inszenierung entlarvt. Nach dem ersten Betriebsmonat waren die Umsätze um 50 Prozent eingebrochen, das Unternehmen praktisch zu groß für den gesunkenen Absatz.

Wie viel in die Expansion investiert werden sollte wollte der österreichische Franchisenehmer damals ebenso wenig nennen - "ein paar Hunderttausend Euro pro Filiale" - wie seine Umsatzziele. Das Konzept sollte sich jedenfalls langfrisitg in fünf bis zehn Jahren rechnen.

Das erste Dunkin’ Donuts wurde 1950 in Quincy, Massachusetts eröffnet. Das Unternehmen hat aktuell eigenen Angaben zufolge weltweit mehr als 11.000 Lokale, davon mehr als 3.000 außerhalb der USA. Sie werden seit 1995 im Franchise-System geführt.

Überlebensplan

Einem Kenner zufolge hat die Kette die in Österreich ausgeprägte Kaffeehauskultur unterschätzt. Die meisten Kunden nähmen ihre Donuts mit, nutzten Dunkin' Donuts aber meist nicht wie ein Cafe, wo sie darüber hinaus konsumieren würden.

Dunkin' Donuts will sich selbst aber verschlanken und Filialen schließen. Abspecken will die Kette auch im Bereich der Werbe- und Marketingaufwendungen sowie in der Fixkostenstruktur im Bereich der Verwaltung. Für das Gelingen der Sanierung ist der Ausbau der Zusammenarbeit von Dunkin' Donuts mit den zum Rewe-Konzern gehörenden Merkur-Märkten eine wichtige Voraussetzung. Dort gibt es die Krapfen amerikanischer Art zum Mitnehmen.

In Wien Favoriten wird es die Mehlspeisen laut Sanierungskonzept ab Ende September nicht mehr geben. In Wien Meidling hat die dortige Filiale bereits zu. In der Bundeshauptstadt bleiben vorerst nur zwei Filialen übrig - ein kleiner Take-Away am Westbahnhof und der Store an der Mariahilferstraße. Weitergführt werden sollen außerdem die Stores in den Einkaufszentren SCS (Vösendorf) und Plus City (Pasching bei Linz).

Mit kleinen, in Einkaufszentren angesiedelten Take-Away-Stores hofft die M&D Restaurant Development die arke Dunkin' Donuts am Leben halten zu können. Zwei neue dieser Filialen sind im Grazer Murpark und im Wiener Donaucenter geplant.

Das Cyber-Risiko für Unternehmen ist zuletzt stark gestiegen. Dennoch bleiben effiziente Schutzmaßnahmen oft außen vor.

Cybercrime: Jeder kann das nächste Opfer sein

Die Bedrohung von Cyberattacken wächst. Hacker nehmen vermehrt kleinere …

KSV1870 Group CEO Ricardo-José Vybiral

"Unternehmen fordern eine Ausbildungsoffensive"

Ricardo-José Vybiral, CEO der KSV1870 Holding AG, im trend-Interview über …

Sanktionsliste: Was Firmen beachten müssen

Welche Geschäfte mit russischen Unternehmen sind zulässig? Unter dem …

Hacker-Attacken und Ransomware-Angriffe snd für Unternehmen hochriskant. Durch Vorsicht und Aufmerksamkeit lassen sich viele Cyber-Risiken vermeiden.

Unternehmen vor Hacker-Angriffen und Ransomware-Attacken schützen

In der Corona-Krise haben die Internetkriminalität, die Zahl …