Güssinger Mineralwasser legt Millionenpleite hin

Der burgenländische Mineralwasserhersteller Güssinger hat über zwei Millionen Euro Schulden angeschrieben und muss nun Insolvenz anmelden. Die Eigentümer wollen nach einer Runderneuerung weitermachen.

Güssinger Mineralwasser legt Millionenpleite hin

Nach 204 Jahren in der Pleite gelandet: Güssinger Mineralwasser

Der Mineralwasserabfüller Güssinger Beverages & Mineralwater GmbH hat beim Landesgericht Eisenstadt Insolvenz angemeldet.

In den Büchern des in Gerersdorf bei Güssing ansässigen Unternehmens stehen Schulden in der Höhe von 2,078 Millionen Euro, berichtet der Kreditschutzverband KSV1870. Die Aktiva sind laut KSV1870 "ziffernmäßig nicht bekannt", es gibt "lediglich einen veralteten Maschinenpark".

Betroffen von der Pleite sind 17 Mitarbeiter und rund 100 Gläubiger. Die Ursachen für die Pleite liegen unter anderem in der Preisgestaltung und in der Abgängigkeit vom Hauptkunden, dem Lebensmitteldiskonter Hofer, mit dem Güssinger 80 Prozent seines Umsatzes machte. Mitte Juli hatte Hofer einen Lieferstopp für Güssinger verhängt.

Kredite fällig gestellt

Als Folge des Lieferstopps sind massive Verluste eingetreten, was schließlich dazu geführt hat, dass die Banken die Notbremse gezogen und die Kreditlinien fällig gesellt haben. Damit wurde die Liquidität des Unternehmens mit einem Schlag abgedreht.

Ein hausgemachtes Problem hat das Unternehmen weiter in Schieflage gebracht: So waren zuletzt die Buchhaltungsunterlagen nicht vollständig, wie der KSV1870 mitteilt.

Das Unternehmen plant laut KSV1870 nun eine Fortführung und eine Sanierung. Auch der Maschinenpark soll erneuert werden. Da das dafür benötigte Geld aber frühestens im Jänner 2020 fließen wird und die Erneuerung mehrere Monate in Anspruch nehmen wird ist eine zwischenzeitliche Schließung des Unternehmens notwendig.

Im Frühjahr soll das Unternehmen in "redimensionierter Form" fortgeführt werden. Allen unbesicherten Insolvenzgläubigern bietet Güssinger eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent an, die in den zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplanes beglichen werden soll.

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