Das große Sterben der Druckereien

In Deutschland ist jüngst die Prinovis-Druckerei in die Insolvenz geschlittert, im Jänner die Würzburger Druckerei, zwei Jahre zuvor eine Hamburger Druckerei. Auch in Österreich mussten bereits zahlreiche Druckereien schließen.

Das große Sterben der Druckereien

Die Zeiten in denen Magazine und Zeitungen in Millionenauflagen verkauft wurden und Versandhäuser wie Quelle oder Neckermann hunderte Seiten dicke Kataloge produzierten, gehören der Vergangenheit an. Das Internet hat einige Druckwerke überflüssig gemacht oder in ihrer Bedeutung und Auflage geschmälert.

Die Auswirkung sinkender Abnehmer und Anzahl gedruckter Seiten hat zuletzt die Prinovis-Druckerei im schleswig-holsteinischen Itzehoe zu spüren bekommen. Diese wird, wie nun bekannt wurde, im Sommer nächsten Jahres ihre Tore schließen.

Zahlreiche Pleiten in Österreich

Erst im September 2012 hat die Wöllersdorfer Buchbinderei Glöckler mit Passiva in der Höhe von rund 4,6 Millionen Euro Insolvenz anmelden. Glöckler hatte in der Vergangenheit unter anderem Produktionsschritte für die Österreich-Version des IKEA-Katalogs übernommen. Goldmann Druck zählte 2009 zu den ersten Opfern sinkender Druckwerke. Die Wolfsberger VDM Druck GmbH - einst besser bekannt als Ernst-Plötz-Druck und Verlagshaus - musste 2010 Insolvenz anmelden. Die Imster Druckerei "Die Druckerei Egger GmbH" ging im Vorjahr in Konkurs.

In Deutschland schlitterte vor zwei Jahren die Druckerei Broschek mit 200 Arbeitsplätzen in Hamburg in die Insolvenz, später der gesamte Schlott-Konzern, zu dem Broschek gehörte. Erst im Januar dieses Jahres meldete der Würzburger Druck- und Mediendienstleister Strütz Insolvenz an, ebenso die Druckerei Adam in Bruchsal bei Karlsruhe und ihre Schwestergesellschaft in Laage bei Rostock. Die Fälle liegen alle unterschiedlich und diese Unternehmen verschwinden nicht unbedingt vom Markt. Aber es sind Symptome der Dauerkrise. Allein im Jahr 2011 haben in Deutschland rund 200 Betriebe den Markt verlassen.

Längst sind Überkapazitäten entstanden, der Preisdruck steigt und viele Druckereien arbeiten an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Ein Teil der Probleme ist auch hausgemacht, weil die Druckunternehmen bis zum Jahr 2005 noch kräftig investierten und ihre Kapazitäten ausbauten. Damit verschärften sie den Wettbewerb weiter.

Tiefdruck besonders betroffen.

Besonders betroffen ist der Tiefdruck, der rund 15 Prozent des Marktes ausmacht. Vor gut zehn Jahren waren es noch 20 Prozent. Mit dieser Technik lassen sich hohe Auflagen in kurzer Zeit drucken, dicke Versandhaus-Kataloge oder Millionenauflagen von Zeitschriften.

"Der Tiefdruck steht von zwei Seiten unter Konkurrenzdruck", sagt Gabi Schermuly-Wunderlich vom Bundesverband Druck und Medien (BVDM) in Berlin. Zum einen wird der Wettbewerb in dieser Drucksparte auf europäischer Ebene ausgetragen, während der Rest der Branche stärker auf den Binnenmarkt orientiert ist. Und zum anderen ist das Rollenoffset-Druckverfahren technisch immer besser geworden und kann Druckaufträge erfüllen, die zuvor dem Tiefdruck vorbehalten waren.

Von den Zeitschriften ist keine Rettung der Tiefdruckereien zu erwarten. "Spiegel" und "Stern" erreichen keine Millionenauflage mehr. Neue Zeitschriften starten meist mit kleineren Auflagen und werden im Offsetverfahren gedruckt. Auch hier steht im Hintergrund die Digitalisierung vieler Lebensbereiche; ein Teil der Leser wandert ins Internet ab.

Ebenfalls verschwunden sind die Kataloge der Versandhändler Quelle und Neckermann.de, weil diese Unternehmen vom Internet überrollt wurden. Bei Otto gibt es noch einen Hauptkatalog mit mehr als 1.000 Seiten, aber auch der Marktführer setzt verstärkt auf kleinere und speziellere Kataloge, die häufiger erscheinen. Der Online-Newcomer Zalando gibt alle paar Monate ein gedrucktes Magazin heraus, mit weniger als 100 Seiten.

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