Commerzialbank ist nun drittgrößte Pleite Österreichs

Die Mattersburger Pleitebank Commerzialbank (Cb) hat über 800 Millionen Euro Schulden angeschrieben. Ein weiteres Unternehmen rutscht im Sog der Cb-Pleite nun in den Konkurs.

Commerzialbank ist nun drittgrößte Pleite Österreichs

Wien/Eisenstadt. Die Pleite der Mattersburger Commerzialbank (Cb) ist in der Zwischenzeit die drittgrößte Insolvenz in der Wirtschaftsgeschichte der Republik Österreich. Laut Kreditschutzverband KSV1870 belaufen sich die dabei angehäuften Schulden auf rund 800 Millionen Euro, wie auf der am Montag angesetzten Prüfungs- und Berichtstagessatzung am Landesgericht Eisenstadt festgestellt wurde. Im Anmeldungsverzeichnis scheinen laut KSV Forderungsanmeldungen von 373 Gläubigern mit einem Gesamtforderungsvolumen von 809 Millionen Euro auf. 77 Dienstnehmer haben Forderungen von rund 3,3 Millionen Euro angemeldet. Der Masseverwalter hat bislang Gläubigerforderungen im Umfang von 366 Millionen anerkannt. Nach den bevorstehenden Prüfungen dürften laut KSV1870 weitere Forderungen anerkannt werden. Der KSV1870 rechnet mit Forderungen in der Höhe von rund 800 Millionen Euro.

In der ewigen Rangliste hält die Cb nun Rang drei. Bisher war der Konkurs des Baukonzerns Maculan aus dem Jahr 1995 mit 799 Millionen Euro Schulden auf Platz 3 der Pleite-Rangliste. Der Konkurs des Industrie-Konzern A-Tec aus dem Jahr 2010 mit 570 Millionen Euro Schulden rangiert nun auf Rang 5.

Die größte Pleite Österreichs hat bisher der Baukonzern Alpine im Jahr 2013 mit 3,5 Milliarden Schulden hingelegt. Die Konsum-Pleite aus dem Jahr 1995 ist auf Rang 2. Der einstige Lebensmitteleinzelhändler hatte Schulden in Höhe von 1,89 Milliarden Euro angeschrieben.

Am Montag ist zudem das Konkursverfahren über den Fassadenpfoi Standl eröffnet worden. Der Maler- und Anstrich-Experte sowie Wärmedammungs- und Trockenbau-Betrieb wurde im Zuge der Cb-Pleite nun in die Pleite mitgerissen. Stangl war Kreditnehmer der Commerzialbank und musste vorige Woche Konkurs anmelden. Wie sein Kreditnehmer Cb hatte sich auch Stangl jahrelang als gewichtiger Sponsor beim österreichischen Fußballbundesligisten SV Mattersburg engagiert.

Betroffen von der Stangl-Pleite sind 138 Mitarbeiter und 170 Gläubiger. Die Schulden von Fassadenprofi Stangl werden derzeit auf rund 2,9 Mio. Euro beziffert. Bis 30. November können Gläubiger ihre Forderungen anmelden. Die Prüfungstagsatzung ist für 14. Dezember geplant. Eine Fortführung des Unternehmen scheint ausgeschlossen, das Unternehmen soll liquidiert werden.

Das aktive Forderungsmanagment gehört zu den Pflichten eines jeden Unternehmens.

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