Commerzialbank Mattersburg: Der Konkurs ist eröffnet

Das von der FMA angekündigte Konkursverfahren über die Commerzialbank Mattersburg wurde eröffnet. Die Anzahl der betroffenen Gläubiger steht noch nicht fest. Forderungen können bis zum 28. September angemeldet werden. Ob es eine Entschädigung gibt ist freilich ungewiss.

Servicestelle der Einlagensicherung (ESA) in der Commerzialbank-Filiale Zemendorf: Kunden versuchen, an ihre Einlagen zu kommen.

Servicestelle der Einlagensicherung (ESA) in der Commerzialbank-Filiale Zemendorf: Kunden versuchen, an ihre Einlagen zu kommen.

Während im Landeskriminalamt Burgenland zur Aufarbeitung des Bilanzskandals um die Commerzialbank Mattersburg eine eigene "Soko Commerz" eingerichtet wurde gehen bei der Bank selbst die Lichter aus. Das von der Finanzmarktaufsicht FMA angekündigte Konkursverfahren wurde am Landesgericht Eisenstadt eröffnet. Insolvenzforderungen können bis zum 28. September angemeldet werden.

Zum Masseverwalter wurde die Kosch & Partner Rechtsanwälte GmbH aus Eisenstadt bestellt. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung wurde für 12. Oktober anberaumt.

Frage der Einlagensicherung

Die Einlagensicherung hatte bis Montag (27. Juli) bereits 245 Millionen Euro ausbezahlt. Pro Person sind Einlagen bis zu 100.000 Euro gesichert. In Summe rechnet man aus diesem Titel mit einem Erstattungsbetrag von bis zu 490 Millionen Euro. Die Frage ist allerdings, ob so viel Geld vorhanden ist.

Nach dem Insolvenzrecht für Banken steht die Einlagensicherung im Konkursverfahren mit ihrer Regressforderung gegen die Konkursmasse im Rang eines bevorrangten Konkursgläubigers. "Die Befriedigungsaussichten der Gläubiger der allgemeinen Klasse werden also davon abhängen, in welchem Umfang tatsächlich realisierbare Aktiva vorhanden sind", heißt es in einer Aussendung des KSV1870. Der Gläubigerschutzverband lässt nun prüfen, ob auch außerhalb des Insolvenzverfahrens Haftungsansprüche gegen Dritte geltend gemacht werden können.

Die FMA hatte dem Bankinstitut am 14.07.2020 die Fortführung des Geschäftsbetriebs untersagt und einen Regierungskommissär als Aufsichtsperson eingesetzt, der feststellen musste, dass die Bank überschuldet und konkursreif ist.

Lange Aufarbeitung

Gläubiger dürfen nicht hoffen, dass es zu einer schnellen Konkursabwicklung kommt. Es handelt sich leider nicht um die erste Bankeninsolvenz der jüngeren österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Die Komplexität der Abwicklung derartiger Insolvenzen spiegelt sich in der langen Verfahrensdauer wider: Bank für Handel für Industrie AG, Graz (Konkurseröffnung 1995): 11 Jahre; Trigon Bank AG, Wien (Konkurseröffnung 2001): 18 Jahre; Riegerbank AG, Wien (Konkurseröffnung 1998), noch anhängig, bisherige Verfahrensdauer nahezu 22 Jahre.

Die Commerzialbank hatte neben ihrem Sitz in Mattersburg auch Filialen in Krensdorf, Zemendorf, Forchtenstein, Draßburg, Schattendorf, Loipersbach, Hirm und Baumgarten. Zudem war sie laut Creditreform Alleingesellschafterin der Commerz-Real Vermietungs-und Verwaltungsgesellschaft m.b.H, der AVG Abstellplatz-Vermietung GmbH, der Commerzialbank Immobilien GmbH und der Florianihof Betriebs GmbH.

Auch die Bilanzprüfer der Bank, die TPA, stehen stark unter Beschuss. Anwälte prüfen Sammelklagen und Rufe nach neuen Regeln für die Bilanzprüfer werden immer lauter

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