Café Weimar schreibt nicht mehr an: Sanierung soll Rettung bringen

Café Weimar schreibt nicht mehr an: Sanierung soll Rettung bringen

Das Wiener Café-Restaurant Weimar ist zahlungsunfähig, die Schließung und Pleite soll aber verhindert werden. Der Eigentümer will sich mit den Gläubigern auf eine Schuldenquote einigen, um weiterhin im Wiener Traditions-Caféhaus klassische Caféhausküche aufzutischen.

Ausgebrüht ist's, zumindest vorläufig - das Wiener "Café-Restaurant Weimar" ist pleite, aber noch nicht am Ende. Es soll nochmals ein Rettungsversuch gestartet werden. Maximilian Platzer, Inhaber des Traditions-Caféhauses und Konzertcafé im 9. Wiener Gemeindebezirk, hat am Freitag den Gang zum Wiener Handelsgericht angetreten und Insolvenz angemeldet. Bereits im Vorjahr hatte Platzer schon massive Probleme und Schwierigkeiten mit dem Gericht.

Doch es soll einmal mehr weitergehen. Platze hat am Handelsgericht ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Er will sich mit den Gläubigern auf eine Schuldenquote einigen. Das Unternehmen soll damit saniert werden - unter Aufsicht. Ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung wurde vom Handelsgericht nun eröffnet. Binnen der kommenden zwei Jahre will der Cafétier 20 Prozent der Schulden zurückzahlen. Bei 34 Gläubigern hat Platzer laut Kreditschutzverband angeschrieben.

Unterm Strich hat Platzer Privatschulden von rund 450.000 Euro, der Caféhausbetrieb steht mit 950.000 Euro unter Wasser. Betroffen von der Pleite sind auch 16 Dienstnehmer.

Das Haus wurde 1880 errichtet. Im Jahr 1900 wurde in den Räumlichkeiten erstmals ein Caféhaus eröffnet, das zunächst den Namen Café Orleans trug. Mit den Ende des Ersten Weltkrieges wurde es in Café Weimar umbenannt.

Grund für die Bauchfleck sollen noch Altverbindlichkeiten sein. Das Café-Restaurant (160 m², 50 m² Lager, 80 m² im Souterrain) wurde in den vergangenen Jahren zweimal umgebaut. Ebenso wurde das Lokal erweitert und die Küche samt Lüftungsanlagen aufwendig umgebaut und erneuert. Ein zusätzliches Standbein, mit einem sogenannten Deli Snacks, Weine und Kaffee via Gassenverkauf zu verkaufen, hat nicht die erhofften Umsätze und Erträge gebracht.

Platzer betreibt das Caféhaus seit dem Jahr 1981 in der Währinger Straße nahe der Volksoper. Er war lange Jahre auch Ball-Chef des Wiener Kaffeesiederballs, bis er im Vorjahr vor Gericht gestellt wurde.

Die Untreue

Im Vorjahr war er bereits im Vorjahr in die Schlagzeilen gekommen. Wegen finanzieller Schwierigkeiten hatte der Organisator des Kaffeesiederballs und Chef des Organisationsvereins kurzfristig das fehlende Geld aus der Vereinskasse des Klubs der Kaffeehausbesitzer beschafft. Platzer hatte im Jahr 2016 vor Gericht beteuert "aus Not" gehandelt zu haben, um sein Unternehmen zu retten und langjährige Mitarbeiter nicht entlassen zu müssen.

Für den Griff in die Vereinskasse wurde er im Oktober 2016 am Straflandesgericht in Wien rechtskräftig "wegen Untreue" bestraft. Er wurde zu einer Haftstrafe von neun Monate bedingt und eine unbedingten Geldstrafe von 3600 Euro (180 Tagessätze à 20 Euro) oder - im Fall der Uneinbringlichkeit - 90 Tage Ersatzfreiheitsstrafe bestraft.

Für seine Insolvenz wurde nun die erste Gläubigerversammlung laut Angaben des KSV1870 auf den 21.2.2017 angesetzt. Die Prüfungstagsatzung wurde für den 20.4.2017 terminiert, die Sanierungsplantagsatzung für den 4.5.2017 anberaumt.

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