Aus für Alufix: Folienhersteller wird abgewickelt

Der bekannte Folienhersteller Alufix stellt den Betrieb ein. Im Werk in Wiener Neudorf verlieren 112 Mitarbeiter ihren Jobs. Der erst vor drei Jahren eingeleitete Sanierungsversuch wird beendet.

Der Folienhersteller Alufix wird abgewickelt

Der Folienhersteller Alufix wird abgewickelt

Das österreichische Traditionsunternehmen Alufix Folienverarbeitungs GmbH mit Sitz in Wiener Neudorf, Hersteller von Alu- und Frischhaltefolien, Müllsäcken sowie Catering- und Einweggeschirr, stellt seinen Betrieb ein. "Nach intensiver Prüfung aller Optionen für eine Fortführungslösung wurde letztlich eine solvente Schließung der gesamten Alufix Gruppe im In- und Ausland beschlossen", erklärt die Firma. Bereits erteilte Kundenaufträge werden noch abgearbeitet. Sämtliche offenen Verbindlichkeiten würden vollständig bedient.

Im Werk in Wiener Neudorf verlieren 112 Mitarbeitende ihren Jobs. "Lösungen im Sinne der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft in Arbeit", hieß es in der Unternehmensmitteilung. Man wolle eine sozial verträgliche Lösung schaffen.

Pleite und Neustart 2019

Die niederösterreichische Firma, ursprünglich ein Familienunternehmen, war bereits 2019 von einer Insolvenz betroffen. Nach Übernahme durch die drei oberösterreichischen Investoren Simentum Management- und Beteiligungs GmbH und Drott Holding sowie Double X Corporate Finance Gmbh begann 2019 die Einleitung eines Sanierungsverfahrens durch die neuen Eigentümer. Double X hat in der Folge seine Anteile an Drott abgegeben.

Eigentümer und Management waren sich 2019 noch einig, dass Alufix mit seiner großartigen, breitgefächerten Produktrange ein Zukunftspotenzial besitzt. "Alufix ist eine gut eingeführte Marke, zudem setzt das Unternehmen schon jetzt auf den Bereich Nachhaltigkeit - etwa durch biologisch abbaubare Produkte, auch das Thema Recycling spielt bei der Kunststoffherstellung eine immer wichtiger werdende Rolle", erklärte Unternehmenssprecher Florian Huemer seinerzeit. Man wollte die Logistikkette optimieren und die Belegschaft von 163 Mitarbeitern um 15 Prozent vergrößern.

"Steigende Rohstoffpreise und -verknappung machten es Alufix jedoch schwer mit internationalen Mitbewerbern mitzuhalten. Die Corona-Pandemie sowie die aktuelle Situation in der Ukraine verschärften die Rohstoffpreisentwicklung zusätzlich. Erschwerend kam hinzu, dass nahezu die gesamte Hotellerie, die Gastronomie sowie der Catering-Bereich - ein für Alufix besonders wichtiges Marktsegment - aufgrund der Corona-Maßnahmen massiv eingeschränkt waren."

Als direkte Folge habe sich die Umsatz- und Ertragssituation weiter deutlich verschlechtert. Durch diese negativen externen Einflussfaktoren und "trotz größter Anstrengungen aller Beteiligten" für gute, langfristige Lösungen hätten die Maßnahmen nicht gereicht, um eine nachhaltige Sanierung zu erreichen.

Rufe nach Rettung

Betriebsrat und Gewerkschaft wollen um die Fortführung des Unternehmens kämpfen. Betriebsratsvorsitzende Nina Gottlieber und Patrick Slacik von der Gewerkschaft PRO-GE verweisen auf die Investitionen in den letzten Jahren. So wurde eine neue Werkshalle gebaut und in neue Produktionsanlagen investiert. „Alle Alternativen zur Schließung müssen ausgelotet werden. Trotz allem muss jetzt vorsorglich mit Sozialplanverhandlungen begonnen werden, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein“, betonen Gottlieber und Slacik.

Die Gewerkschaft fordert eine Suche nach Investoren um einen Weiterbetrieb zu ermöglichen und forderte zudem "die Verantwortung der Unternehmensleitung für die mehr als 100 Arbeitsplätze ein": "Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben täglich mit großem Einsatz für das Unternehmen gearbeitet und dürfen nun nicht einfach auf die Straße gesetzt werden. Es wären ganze Familien betroffen, die unter den aktuellen Preissteigerungen besonders leiden und auf diese Einkommen angewiesen sind."

Das aktive Forderungsmanagment gehört zu den Pflichten eines jeden Unternehmens.

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