AK-Barometer: Trotz Hochkonjunktur investieren Unternehmen zu wenig

AK-Barometer: Trotz Hochkonjunktur investieren Unternehmen zu wenig

AK-Präsident Kalliauer befürchtet, dass heimische Unternehmen trotz bester Konjunkturlage "etwas verschlafen". Die Gewinnausschüttung an die Eigentümer sei aber enorm.

Linz/Wien. Die Hochkonjunktur beschert Unternehmen satte Gewinne. Dennoch: Trotz hervorragend laufender Geschäfte haben auch 2018 Österreichs mittlere und große Unternehmen neuerlich weniger in Sachleistungen investiert, dafür aber "enorme Summen" an die Eigentümer ausgeschüttet. So das Ergebnis des aktuellen Wertschöpfungsbarometers der Arbeiterkammer OÖ. Präsident Johann Kalliauer äußerte angesichts des Trends am Montag in Linz die Sorge, "dass in den Firmen etwas verschlafen wird".

So verharrten die durchschnittlichen Sachinvestitionen pro Beschäftigtem seit 2010 auf "konstant niedrigem Niveau", von 2008 bis 2018 seien sie mit 15.264 Euro nominell um 13,1 Prozentpunkte gesunken. Die Gewinnauszahlung an die Eigentümer pro Beschäftigten betrug im Schnitt 14.000 Euro.

Für 2018 erfassee die AK die öffentlichen Bilanzen von 1.474 mittleren und großen Unternehmen mit 690.000 unselbstständigen Beschäftigten, was einem Anteil von 18,4 Prozent aller Vollzeitäquivalente ausmache, führte Reinhard Brachinger von der AK OÖ aus. Demnach erbrachte 2018 jeder Beschäftigte 104.774 Euro (plus 4 Prozent gegenüber 2017). Der durchschnittliche Personalaufwand pro Kopf belief sich auf 66.597 Euro (plus 6,4 Prozent). Daraus ergibt sich unverändert zum Vorjahr ein Überschuss von 38.177 Euro pro Mitarbeiter.

Doch blieben eben die Gewinne in "nicht ausreichendem Maße" in den Unternehmen. Vor allem in die Digitalisierung würden die Betriebe zu wenig investieren, meinte Kalliauer.

Aufgrund der guten Produktivität "ist aber allemal eine kräftige Lohn- und Gehaltserhöhung sowie eine flächendeckende Anhebung der Löhne und Gehälter auf mindestens 1.700 Euro drin", so der AK-Präsident weiter. Auch eine sechste Urlaubswoche nach 25 Arbeitsjahren forderte er.

Weltweite Erholung

Doch nicht nur in Österreich, sondern auch weltweit dürfte die Stagnation der Wirtschaft im Vorjahr eingebremst sein. Der Internationale Währungsfonds (IWF) berichtet zeitgleich, dass sich die Wirtschaft heuer und im kommenden Jahr wieder erholen wird.

In der Industrie und im Handelsstreit macht der IWF eine allmähliche Stabilisierung aus. Außerdem stützt die weiterhin lockere Geldpolitik der Zentralbanken den Konsum und sichert vielen Firmen sehr günstige Finanzierungsbedingungen.

Im seinem aktuellen Weltwirtschaftsausblick, den er am Montag beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos veröffentlichte, rechnet der IWF mit einem globalen Wachstum von 3,3 und 3,4 Prozent in den Jahren 2020 und 2021. Im Jahr 2018 waren es allerdings noch 3,6 Prozent, 2019 dagegen dürfte es lediglich noch zu 2,9 Prozent gereicht haben.

In den USA wird sich das Wachstum demnach abschwächen, in der Eurozone leicht zulegen. Für Deutschland geht der IWF 2020 von einem Plus von 1,1 Prozent aus, 2021 dann von 1,4 Prozent. Das wäre gegenüber 2019 mehr als eine Verdoppelung. Der IWF ist damit auch deutlich optimistischer als andere Experten.

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