
Neue Hervis-Eigentümer sind der deutsche Investor und Snipes-Gründer Sven Voth (Bild) und Udo Schloemer, Gründer der Factory Berlin.
©ImagoSpar hat die Sporthandelskette Hervis verkauft. Die neuen Eigentümer sind der Snipes-Gründer Sven Voth und Udo Schloemer, Gründer der Factory Berlin.
Mit der Transaktion übernehmen die neuen Eigentümer sämtliche Hervis-Mitarbeiter:innen sowie alle 134 Standorte in Österreich, Slowenien, Kroatien und Bayern. Die Marke Hervis soll erhalten bleiben und als Sporthändler neu positioniert werden.
Spar begründet den Verkauf mit einer strategischen Fokussierung: Der Konzern konzentriert sich künftig auf die Expansion im Kerngeschäft Lebensmittelhandel sowie auf den Shoppingcenter- und Immobilienbereich. Hervis hat sich zuletzt „nur mühsam aus den wirtschaftlichen Troubles heraus gerackert", wie der trend in einem Branchenüberblick kürzlich schrieb. Der Verlust betrug 2024 43 Millionen Euro.
Laut einer aktuellen Studie von RegioData Research beträgt der Marktaneil von Hervis im österreichischen Sportartikelhandel 13 Prozent, hinter Marktführer Intersport mit 29 Prozent und Sport2000/Zentrasport mit rund 28 Prozent.
Nach Angaben der neuen Eigentümer ist eine grundlegende Neupositionierung von Hervis notwendig. „Wir werden Hervis im ersten Schritt ins Jahr 2026 führen und das Geschäftsmodell im Sporthandel neu positionieren. Nur so können wir die Chancen von heute und morgen erfolgreich nutzen“, erklärt Sven Voth. Er gründete 1998 die Streetwear-Kette Snipes, an der sich später Deichmann beteiligte und gilt als Wahlwiener. Man müsse von der Schließung einzelner, nicht rentabler Standorte ausgehen, sagt Michael Slamanig, Sprecher der Investoren, dem "Standard" (online). Hervis soll sich von der Diskontschiene verabschieden und "ein Upgrading erfahren", schreibt die Zeitung. Voth werde sich vermehrt auf Sportgeräte und -ausrüstung fokussieren - und den Onlinehandel ausbauen.
In den Jahren 2023 bis 2025 setzte das Hervis-Management bereits auf eine Neupositionierung des Sporthändlers inklusive Filialschließungen. Aus dem tschechischen Markt hatte sich Hervis schon 2022 zurückgezogen. Im Herbst 2025 trennte sich der Sporthändler von weiteren Auslandsgesellschaften. Die Standorte in Ungarn und Rumänien gingen an die britische Frasers Group (ehemals Sports Direct).
Für Kund:innen ändert sich durch den Eigentümerwechsel zunächst nichts. Der laufende Geschäftsbetrieb wird vollständig übernommen. Hervis-Gutscheine behalten ihre Gültigkeit, Online-Bestellungen werden wie gewohnt abgewickelt, ebenso Service- und Gewährleistungsfälle im Rahmen der bestehenden Prozesse.
Ende 2025 betrieb Hervis 91 Filialen in Österreich sowie 43 Standorte in Slowenien, Kroatien und Bayern. Der Verkaufsumsatz lag 2025 bei 314 Millionen Euro.

